Vom Glanz zu Beginn der Pandemie 2020 ist nicht mehr viel übrig. Mitarbeiter im Handel kämpfen um mehr Geld. Die Arbeitgeber wollen sie „abschassln“. Am Donnerstag werden die Kollektivvertragsverhandlungen fortgesetzt.
„Eins, zwei, drei“, zählte eine der Gewerkschafterinnen ein, dann war der Eingangsbereich des Interspar-Markts in der Oberfeldstraße in Wels für wenige Augenblicke mit „Wir wollen mehr“-Sprechchören erfüllt, während Aufkleber mit dem Slogan „Ich bin kein Schnäppchen!" an die Zuhörer verteilt wurden.
Am Dienstag um 7.30 Uhr hatte Sabine Eiblmaier, die Zentralbetriebsrätin bei Interspar, mit dem OÖ-Chef der Gewerkschaft GPA, Wolfgang Gerstmayer, zur Betriebsversammlung geladen. Rund 50 Mitarbeiter waren gekommen. Die Geschäftszeiten wurden nicht beeinträchtigt, der Markt war vorübergehend mit Minimalbesetzung im Betrieb. Das Ziel: Vor der dritten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen am Donnerstag die Beschäftigten umfassend informieren.
„Wir können uns das nicht gefallen lassen“, betonte Eiblmaier mit Blick auf die angebotenen 3,5% Lohnerhöhung plus einer Einmalzahlung. „Im Jahr 2020 waren wir die Helden der Republik, jetzt zählen wir nichts mehr - auch für die Arbeitgeber-Vertreter“, sprach die Chefverhandlerin der GPA Klartext.
Das Angebot wirkt so, als ob die Arbeitgeberseite denkt, wir könnten nicht rechnen. Wir lassen uns nicht mit einer Einmalzahlung abspeisen.
Wolfgang Gerstmayer, Gewerkschaft GPA OÖ
„Das Leben wird teurer, ihr braucht das Geld“, unterstrich Gerstmayer. In die Kerbe schlug auch Eiblmaier: „Wir können uns bald von unserem Gehalt das Leben nicht mehr leisten.“
„So geht‘s nicht“
Die Situation für die Mitarbeiter sei enorm fordernd: Überstunden stehen an der Tagesordnung, um fehlendes Personal auszugleichen. Dazu steigt die Gewaltbereitschaft unter den Kunden. Eiblmaier: „Wir brauchen Schutz, und jetzt wollen’s uns abschassln - so geht’s nicht.“









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