„Krone“-Faktencheck

Junge Migranten: Zwischen Gewalt und Integration

Österreich
04.11.2022 18:19

Die Halloween-Krawalle schockten das Land. Unter den Tatverdächtigen waren viele junge Migranten und Flüchtlinge. Doch wie kriminell ist diese Gruppe, und wie funktioniert die Integration? Ein „Krone“-Faktencheck.

Die Integration in Österreich ist Schwerstarbeit. Einerseits, weil die Zahl der Asylanträge explodiert, andererseits, weil die Zahlen von kriminellen Migranten weiter ansteigen. Die öffentliche Stimmung ist jedenfalls aufgeheizt, wie auch die Reaktionen auf die Halloween-Gewaltexzesse zeigen. Unter den Festgenommenen war nur ein Asylwerber, zig weitere wurden angezeigt.

Afghanen und Syrer de facto nicht abschiebbar
Derzeit de facto nicht abschiebbar sind Afghanen und Syrer, immerhin zwei Volksgruppen, die in der aktuellen Kriminalstatistik an vorderster Stelle mitmischen, kritisiert Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), der hier aber auf EU-Ebene Änderungen erreichen will. „Mittelfristiges Ziel“ sei, dass man Flüchtlinge in manche Regionen Syriens zurückschicken kann. Auch in Afghanistan könnte das bei Männern wieder möglich sein. Heuer reisten bisher 29 Afghanen und 48 Syrer aus - im Vergleich zu den aktuellen Asylantragszahlen freilich marginal.

Brennpunkt Kriminalstatistik: Im Jahr 2020 wurden beispielsweise 867 Menschen der Vergewaltigung verdächtigt. Darunter waren 47 Afghanen. Sie machten also 5,4 Prozent der Tatverdächtigen aus - in Sachen Mord sogar 8,5 Prozent. Und das bei einem Anteil von nur 0,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung hier. Fest steht auch, dass im vergangenen Jahr 104.070 tatverdächtige Personen aus dem Ausland angezeigt wurden. Im Zehn-Jahres-Vergleich ein Anstieg um satte 30 Prozent (siehe auch Grafik oben).

Vor allem im Hinblick auf die Vorfälle in Linz muss man sich die Frage nach dem Warum stellen. Die Landespolizei Oberösterreich spricht offen von unterschiedlichen Wertesystemen und einer ausgeprägten Subkultur. Die Sicherheitsexperten des Bundes stimmen dieser Annahme zu, in vielen anderen Städten sehe die Lage aber nicht besser aus, so der Tenor.

Abrüstung der Worte, mehr Rechtsstaatlichkeit
Vor allem die Hilfsorganisationen bemängeln die Aufrüstung der Worte und fordern mehr Rechtsstaatlichkeit ein: „In Österreich entscheiden unabhängige Gerichte über Strafen und Strafausmaß und weder Politiker noch Hilfsorganisationen - und das ist gut so. Was es jetzt nicht braucht, sind pauschale Vorverurteilungen und vorschnelle Schuldzuweisungen. Die entscheidende Frage sollte lauten: Wie konnte es zu dieser Gewalt kommen, und wie kann sie in Zukunft verhindert werden?“, erklärt Caritas-Direktor Klaus Schwertner. Ein brisantes Thema, das Österreich wohl noch lange beschäftigen wird.

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