10.08.2011 11:00 |

Viele Probleme

"L.A. Noire"-Entwicklerstudio angeblich pleite

Das australische Entwicklerstudio Team Bondi steht angeblich vor der Pleite. Die Firma hatte nicht nur mit einer überlangen Entwicklungszeit von sieben Jahren sowie anfangs schleppenden Verkäufen des Action-Adventures "L.A. Noire" zu kämpfen - zuletzt hatten sich Mitarbeiter öffentlich über das schlechte Betriebsklima beschwert.

Wie "Develop" berichtet, sei Team Bondi vermutlich bankrott oder aufgrund akuter finanzieller Probleme aufgekauft worden. Die Rechte an verschiedenen Marken des Studios bereits an das Unternehmen Kennedy Miller Mitchell (KMM) verkauft worden, das eine Spielesparte besitzt. Die Team-Bondi-Mitarbeiter haben dem Bericht zufolge die Möglichkeit, ebenfalls zu KMM zu wechseln, andernfalls sollen sie eine Abfindung erhalten.

Auch das Team-Bondi-Schwesterunternehmen Depth Analysis steht angeblich kurz vor der Pleite. Es war für die Technik zur faszinierenden Gesichtsanimation, die in "L.A. Noire" verwendet wird, verantwortlich. Die Rechte für dieses Spiel und die Marke im Allgemeinen liegen weiterhin bei Rockstar Games, dem ehemaligen Publisher von Team Bondi. Das Unternehmen lässt gerade die PC-Umsetzung des Titels vom hauseigenen Studio Rockstar Leeds umsetzen.

Schlechte Arbeitsatmosphäre beklagt
Die Zukunft von Team-Bondi-Chef Brendan McNamara ist offenbar noch nicht entschieden. Er steht im Mittelpunkt der Vorwürfe verschiedener Mitarbeiter, die im Juni von "IGN" veröffentlicht wurden. Sie warfen McNamara vor, seine Untergebenen vor allen anderen im Büro anzubrüllen - er sei "die wütendste Person, der ich je begegnet bin", hieß es etwa. Die Arbeitsatmosphäre sei im Allgemeinen bedrückend gewesen, viele hätten gekündigt. Um Deadlines einzuhalten, seien des Öfteren 100-Stunden-Schichten nötig gewesen. McNamara hatte die Vorwürfe zum Großteil zurückgewiesen, niemand habe länger gearbeitet als er selbst, die Vorgesetzten nie beleidigend oder unfair gewesen.

Zu der mit sieben Jahren sehr langen Entwicklungszeit von "L.A. Noire" war es laut "IGN" gekommen, da sehr viele Mitarbeiter kündigten. Zudem wurde das Spiel für die PlayStation 3 entwickelt, die zu dem Zeitpunkt noch nicht erhältlich war. Falsche Annahmen zur Konsole hätten dazu geführt, dass große Teile des Spiels später über den Haufen geworfen werden mussten, so die Team-Bondi-Mitarbeiter. Das Spiel, das vorerst für Xbox 360 und PS3 erhältlich ist, hat sich mittlerweile über vier Millionen Mal verkauft. Im ersten Monat nach Release war das Spiel jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die Verkäufe liefen nur schleppend an.

Zur angeblichen Pleite und dem Verkauf haben sich bisher weder Team Bondi noch KMM geäußert.

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