Donnerstagabend ging die vierte Staffel der Reality-Show „Forsthaus Rampensau“ zu Ende. Die beiden Musikerfreunde Marvin und Ferry aus dem Dunstkreis des Wiener Rappers Money Boy holten sich den Sieg – und denken im „Krone“-Talk an zwei prägende Wochen auf der Almhütte zurück.
Wo sich ein Wunschtraum in Luft auflöst, wird der andere wahr. Davon kann ATV-Held Ferry ein Lied singen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Marvin ließ er sich mit zehn anderen Paaren vergangenen Frühling knapp zwei Wochen auf eine Kärntner Almhütte einsperren, um am Ende als Sieger der vierten Staffel von „Forsthaus Rampensau“ hervorzugehen.
„Als Marvin und ich uns kennengelernt haben, habe ich mir eingebildet, ich werde ein großer Rapper“, erzählt er im gemeinsamen Interview mit der „Krone“, „hat nicht geklappt. Dann wollte ich großer Reality-Star werden – das hat geklappt. Und Marvin war so ein guter Kumpel, der für sich beschlossen hat, sein Leben für ein paar Tage komplett zurückzulassen, um die Show mit mir durchzuziehen.“ Die beiden haben sich vor gut neun Jahren als Teil der „Glo Up Dinero Gang“ des Wiener Rappers Money Boy kennengelernt. Ein loses Kollektiv an Musikern und Künstlern, das immer wieder in der Öffentlichkeit auftaucht – in diesem Fall eben auf der landesweit bekannten Reality-TV-Almhütte.
Fairness im Reality-TV
Wie schon bei den drei Staffeln davor führte eine Mischung aus Intelligenz, Sportlichkeit, Teamgeist und schneller Auffassungsgabe zum Erfolg gegen durchaus starke Konkurrenz. Ferry ist in Reality-TV-Gefilden bereits „Bachelorette“-erprobt (2024), für Marvin, den man in Genrekreisen als Money Boys DJ Sonix kennt, war das „Forsthaus Rampensau“ eine Premiere in diesem Bereich. „Ganz ehrlich, wir wollten immer gewinnen“, blickt Marvin zurück, „als wir die ersten drei bis vier Folgen überstanden haben, hatten wir eigentlich schon gewonnen, aber dann wollten wir natürlich mehr.“
Dass die Charaktere der neuen Staffel so unterschiedlich waren, sieht auch Ferry als Gewinn. „Im deutschen ,Forsthaus‘ kannten sich schon alle vorher. Sie hatten Beziehungen miteinander und hassten sich schon vorab – das war bei uns ganz anders. Es gab verschiedene Promis aus verschiedenen Sparten. Beeindruckend finde ich, dass wir die Staffel sehr fair über die Ziellinie gebracht haben, denn das passiert im Reality-TV selten.“
Was aus den einzelnen Folgen sehr gut hervorging – die „Forsthaus“-Bewohner schlossen sich so gut wie möglich zusammen und sahen die Showproduktion als gemeinsamen Gegner. Dass man sich bei Abwahlabenden mathematisch oft schwer verkalkuliert hat, ist das eine. Andererseits förderte dies den immer stärker werdenden Zusammenhalt unter den einzelnen Personen. „Im Endeffekt kann man nur gegen sich selbst verlieren. Wir sind in den richtigen Momenten ruhig geblieben, das war eines unserer Markenzeichen.“
Aus der stoischen Ruhe brachte die beiden nur die temporär im „Forsthaus“ installierte Raffaela Raab, ihres Zeichens bekannt als „militante Veganerin“, und ihr Lebensgefährte Tobi. „Ich habe mich zurückgezogen und geweint“, erinnert sich Ferry noch heute mit Schaudern zurück, „es war unmöglich, mit ihnen zu reden. Ihr Weltbild ist so gefestigt, da hat man gar keine Chance, irgendwie auf Toleranz zu hoffen.“
Eine Weile in der Parallelwelt
Das Zusammensein auf engstem Raum ohne elektronische Hilfsmittel förderte auch die Beziehungen untereinander. Teilweise ging es im „Forsthaus“ heiß her, Ferry etwa entblößte im Infight mit Influencerin Linda seinen Fußfetisch in der Öffentlichkeit. „Es ist ein wenig so, wie wenn man in der Schule auf Klassenfahrt ist – nur die Erwachsenenversion davon. Eine Reality-Show ist immer eine Parallelwelt und man ist selbst mit jenen Menschen verbunden, mit denen man sich dort nicht so gut verstanden hat.“
Trotz all der Freundschaft und Sympathie zueinander geht es am Ende doch um den Sieg und die 20.000 Euro Preisgeld. „Es ist für mich okay, moralisch zu sagen, dass ich die Gegner von vorn absteche, aber nicht von hinten in den Rücken“, lacht Ferry, „um zu gewinnen, muss man empathisch sein, in manchen Momenten aber auch ein Psychopath.“ Den Handy-Entzug fanden die beiden angenehm, weniger dafür die mangelnde Privatsphäre und die Tatsache, dass man nie wusste, wie spät es gerade ist. „Man möchte zumindest abschätzen, wie lang man geschlafen hat – aber keine Chance. Du kannst nur raten.“
Ein nicht zu unterschätzender Alltagsbegleiter ist der Alkohol. Essen und Trinken gibt es nach Wunsch und unbegrenzt in rauen Mengen. „Ich habe mir schon als 14-Jähriger gesagt, dass ich mal einen Job haben will, bei dem ich immer high sein kann. Deshalb wollte ich Rapper werden. Ich hatte auch einen normalen Büroberuf und mir geschworen, dass ich nie wieder in ein Arbeitsverhältnis gehe, in dem ich nüchtern sein muss“, so Ferry, „privat bin ich gerne nüchtern, kein Problem. Beruflich habe ich aber keine Lust darauf. So viele andere Leute arbeiten nüchtern und hassen es – darauf habe ich keinen Bock.“
Das Preisgeld für den bereits im Frühsommer errungenen Sieg haben die beiden Kumpel schon verballert. „Es war am Ende weniger als wir dachten, und das Finanzamt stand auch gleich vor der Tür. Wir wissen gar nicht so genau, wo das Geld hin ist, aber es ist jetzt einmal weg.“
Unterschiedliche Zugänge
Die Erfahrung im Forsthaus war vor allem für Reality-TV-Debütant Marvin interessant. „Das Haus macht, was das Haus macht. Es war eine sehr spezielle Erfahrung, und ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass ich jetzt zu anderen Formaten gehe. Ich habe mit dem besten angefangen und kann diese Linie damit auch wieder hervorragend beenden.“ Für Ferry ist das Gegenteil Gesetz. „Ich werde mich, so gut es geht, an das Fernsehen verhuren.“
Auch, dass Familienmitglieder und Freunde zugeschaut haben, finden die beiden nicht schlimm. „Ich habe nie daran gedacht, dass ich jetzt irgendwo aufpassen muss, was ich zeige oder wie ich mich verhalte“, so Ferry, „wenn man in so eine Show reingeht, muss man einfach bei sich selbst sein. Du kannst dich nicht zwei Wochen verstellen, ohne dass es jemand merkt. Also lieber gleich bei sich bleiben.“
Nicht zuletzt die dicke Freundschaft zwischen den beiden hat den Ausschlag für den Erfolg gegeben. „Egal, was Marvin in seinem Leben macht, ich werde ihm immer beistehen – wir rocken alles zusammen. Unsere geheime Kraft war mit Sicherheit unsere gute und dichte Freundschaft. Ich weiß, dass ich sehr sensibel bin, aber deshalb ist Marvin für mich auch ein bisschen wie ein großer Bruder. Wir tauschen uns emotionaler miteinander aus, als viele denken.“
Die Staffel gefiel auch ihrem gemeinsamen „Chef“, Rapper Money Boy. „Er schrieb mir nach jeder Folge donnerstags Reime“, lacht Ferry, „aber man kann die meisten nicht einfach so öffentlich vorlesen.“ Für Ferry war die Forsthaus-Teilnahme ein Karrierehöhepunkt. „Eines der Top-3-Erlebnisse in meinem Leben. Ich werde meinen Enkelkindern davon erzählen.“
Die Quintessenz nach zwei Wochen im trashigen Abenteueralmwahnsinn? „Es gibt viele verschiedene Charaktere, aber am Ende gewinnen immer die Coolsten.“
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