Sabotage vermutet

Viertes Leck in Nord-Stream-Pipelines entdeckt

Ausland
29.09.2022 07:32

Nachdem zuletzt gleich drei Lecks in den Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 entdeckt worden waren, hat Schweden Donnerstagfrüh ein weiteres Leck in den beschädigten Leitungen gemeldet. Das vierte Loch sei ebenfalls diese Woche gefunden worden, zitierte die Zeitung „Svenska Dagbladet“ einen Sprecher der Küstenwache. Die genaue Ursache ist unklar, Experten gehen aber von Sabotage aus.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hatte die mutmaßliche Sabotage am Mittwochabend als Warnruf bezeichnet und einen Belastungstest für die kritische Infrastruktur in Europa angekündigt. „Wir (die EU-Kommission) werden uns jetzt an alle Mitgliedsstaaten wenden und einen Belastungstest durchführen in Bezug auf die kritische Infrastruktur“, sagte die Schwedin.

EU-Kommissarin: „Wir haben einen Verdacht“
Angesichts der Lecks in den Pipelines sprach sie von einem „Anschlag“, der eine „Eskalation“ und „eine Bedrohung“ sei. „Soweit ich es beurteilen kann, ist es ein sehr intelligenter Anschlag, der nicht verübt worden sein kann von einer normalen Gruppe von Menschen“, sagte die Kommissarin. Das Risiko sei groß, dass ein Staat dahinterstehe. „Wir haben natürlich einen Verdacht. Aber es ist zu früh, das abschließend zu beurteilen.“

Derzeit noch mehr Fragen als Antworten
Ähnlich vorsichtig äußerte sich auch der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, zu möglichen Verursachern der Pipeline-Lecks. „Wir haben derzeit mehr Fragen als Antworten.“ Die US-Regierung wolle keine Mutmaßungen über mögliche Hinterleute einer Sabotage-Aktion anstellen, bis Untersuchungen an den Erdgasleitungen abgeschlossen seien.

In der Nacht auf Montag war zunächst in einer der beiden Röhren der nicht genutzten Pipeline Nord Stream 2 ein starker Druckabfall festgestellt worden. Später meldete der Nord-Stream-1-Betreiber einen Druckabfall auch in diesen beiden Röhren. Dänische Behörden entdeckten schließlich insgesamt drei Lecks an den beiden Pipelines.

Beispiellose Schäden für europäische Gasinfrastruktur
Mehrere Länder brachten bereits am Dienstag einen Anschlag auf die europäische Gasinfrastruktur als Ursache für die als beispiellos geltenden Schäden ins Spiel. Die EU und die NATO gehen von Sabotage aus. Der Kreml hatte am Mittwoch Spekulationen über eine russische Beteiligung an der Beschädigung der Pipelines als „dumm und absurd“ zurückgewiesen.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft leitete inzwischen nach eigenen Angaben ein Verfahren wegen internationalen Terrorismus ein. Moskau begründete den Schritt damit, dass mit der Beschädigung der Pipelines „Russland erheblicher wirtschaftlicher Schaden zugefügt“ worden sei.

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