Gas sprudelt aus Meer
F16-Kampfjet filmt Lecks in Nord-Stream-Pipelines
Die Betreiber der Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 haben eigenen Angaben zufolge mehrere Schäden entdeckt. Insgesamt handle es sich um beispiellose Fälle an einem Tag an drei Leitungen unter der Ostsee, teilten die Unternehmen mit. Dänische Kampfjets vom Typ F-16 filmten am Montag südöstlich der Insel Bornholm aus dem Meer aufsteigende Gasblasen (siehe Video oben).
Das größte der drei Lecks erzeuge auf der Meeresoberfläche Blasen auf einer Fläche von rund einem Kilometer Durchmesser, das kleinste der drei Lecks einen sprudelnden Kreis mit einem Durchmesser von ungefähr 200 Metern, berichtete das dänische Militär auf seiner Website.
Krisenstäbe in Dänemark und Schweden
Aus den Pipelines Nord Stream 1 und 2 von Russland nach Deutschland tritt derzeit an drei Stellen in der Nähe der Insel Bornholm unkontrolliert Gas aus. Eine entsprechende Warnung wurde von der Behörde herausgegeben. Die Ursache war zunächst nicht klar. Wegen der beschädigten Gaspipelines unter Wasser sind in Dänemark und Schweden Krisenstäbe einberufen worden, sagte die schwedische Außenministerin Ann Linde am Dienstag der Zeitung „Aftonbladet“.
Aus Sicherheitsgründen - das Gas kann bei offenem Feuer oder durch einen Funken explodieren - wurde der Schiffsverkehr in einem Umkreis von fünf Seemeilen (rund zehn Kilometer) verboten. Vorläufig geht man davon aus, dass das betroffene Gebiet zwei Wochen lang für die Schifffahrt gesperrt bleiben wird. Angaben der dänischen Energiebehörde zufolge können Schiffe den Auftrieb verlieren, wenn sie in das Gebiet hineinfahren. Außerhalb der Zone gebe es keine Gefahr, auch nicht für die Einwohner von Bornholm und der kleinen Nachbarinsel Christiansø.
Sabotage als Ursache nicht ausgeschlossen
Zu einer möglichen Ursache der Lecks lagen von offizieller Seite bisher keine Angaben vor. Wie andere sprach die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen von einem möglichen Sabotageakt: „Ein Zufall ist kaum vorstellbar.“ Polen hält es für nicht ausgeschlossen, dass hinter den Gaslecks eine russische Provokation steckt. „Die NATO beobachtet die Situation in der Ostsee genau“, sagte ein Vertreter des Bündnisses am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.
Zwei Stränge von Nord Stream 1 fallen wegen Druckabfall für einen Monat aus. Es handle sich um die Anschlussleitungen Opal und Nel, teilte das Unternehmen mit. Zuvor war in der Nacht auf Montag bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein Druckabfall von 205 auf sieben Bar festgestellt worden.















Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).