Der Salzburger Landesrat Heinrich Schellhorn streicht dem Skandal-Pflegeheim erst einmal nur Betten, die Schließung ist Plan B. Bei sich sieht der Pflege-Landesrat aber keine Schuld.
Knapp eine Woche nach dem Bekanntwerden des Pflege-Skandals rund um das Senecura-Heim in Salzburg-Stadt stehen nun die Konsequenzen fest. Sie sind jedoch wesentlich lascher als von vielen Seiten gefordert. Nachdem die Volksanwaltschaft über dramatische Zustände im Pflegeheim in Lehen berichtet hatte, muss der Betreiber nun die Bewohnerzahl von 63 auf 50 Senioren reduzieren. Dafür hat das Heim einen Monat Zeit.
„Sollte sich die Situation so nicht verbessern, greift Plan B. Dieser beinhaltet die Schließung des Heims“, sagt der zuständige Landesrat Heinrich Schellhorn.
Wovon beim kurzfristig einberufenen Pressetermin recht wenig die Rede war: die Rolle des Landes beim Pflegedrama. Die Volksanwaltschaft erhob nämlich nicht nur Vorwürfe gegen den Betreiber, sondern auch gegen das Land. Schellhorns Abteilung soll von den Zuständen gewusst und tatenlos zugesehen haben. Dabei haben sich zahlreiche Angehörige und sogar Mitarbeiter bei der Pflege-Abteilung schon vergangenes Jahr über die Zustände beschwert.
„Die Heimaufsicht ist den Beschwerden sofort nachgegangen“, rechtfertigt sich Schellhorn. Bei den Kontrollen wären zwar Mängel aufgefallen, trotzdem wäre damals „nichts unter den Mindeststandards“ gewesen.
Empfehlungen waren zahnlos
Die Heimaufsicht habe damals Empfehlungen zur Verbesserung ausgesprochen. Mit wenig Erfolg: Im darauffolgenden April waren die Zustände dann nämlich so desaströs, dass sich die Volksanwaltschaft mit einem vernichtenden Urteil einschaltete. Erst dann handelte die Heimaufsicht. „Wir müssen daran arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert“, sagt Schellhorn und kündigt Maßnahmen an. Gleichzeitig sieht er die Verantwortung aber beim Betreiber. „Wenn ein Haus so in Schieflage gerät, sind Haus- und Pflegedienstleitung nicht unbeteiligt“, sagt er.









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