Der Innenminister nennt es Gegenmarketing. Als hätte es je ein Pro-Migrations-Marketing gegeben. „No way, no chance!“ ist die Botschaft Österreichs an potenzielle Asylwerber in acht Ländern. Mit eindeutigen Sujets - Polizeihunde, Stacheldraht, Grenzbalken - und in den jeweiligen Landessprachen wird vor illegaler Einwanderung gewarnt.
Wer sich Schleppern anvertraue, begebe sich in Todesgefahr. Und jene, die es überleben, hätten „quasi“ keine Chance auf Aufnahme in Österreich, wird der Innenminister angesichts stark gestiegener Asylanträge nicht müde zu betonen. 42.000 sind es heuer schon, mehr als im gesamten Vorjahr.
Erfolg kaum zu überprüfen
Ob die aggressive Kampagne Menschenhändler von ihrem grausamen Geschäft abhält, sei dahingestellt. Es wird, wie schon bei einer ähnlichen Kampagne unter Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, auch kaum überprüfbar sein.
Abschreckend wirkt sie jedenfalls, auch auf Migrationswillige, die Österreichs Wirtschaft dringend brauchen würde. Der von Personalmangel geplagte Fremdenverkehr zum Beispiel oder der Gesundheitsbereich. Wir suchen zwar händeringend Pflegekräfte, machen Ausbildungswilligen aus Nicht-EU-Ländern den Einstieg aber schwer bis unmöglich.
Für legale Arbeitsmigration aus diesen Ländern gibt es seit 2011 die Rot-Weiß-Rot-Karte. Die Hürden sind trotz Adaptierungen noch immer so hoch, dass in Österreich ausgebildete, perfekt Deutsch sprechende Berufseinsteiger entnervt aufgeben. No way, no chance.
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