In Gedenken an Lotte Ingrisch beschäftigt sich eine Historikerin mit der Frage, wie es im Jenseits „mit viel mehr Liebe“ weitergehen kann. Sie sei die Richtige, um das geistige Erbe anzutreten und weiterzuführen ...
Die „Reiseführerin ins Jenseits“ ist tot. Aber eigentlich sei sie nicht tot, wie es heißt. Denn mit dem Tod beginnt das Leben, so der Titel eines Buches von Schriftstellerin Lotte Ingrisch. Kurz nach ihrem 92. Geburtstag und nach einem Sturz, ist - wie berichtet - die Witwe Gottfried von Einems verstorben.
Schramm als lange Freundin
Mit der Literatin eng verbunden war Ingrid Schramm aus Weiden am See. „Ich habe Lotte vor 30 Jahren kennengelernt, als ein Fernsehfilm über sie gedreht wurde. Sie kam zu uns ins Österreichische Literaturarchiv, in dem ich damals als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war, eineinhalb Stockwerke über ihrer Wohnung in der Hofburg. Wir kamen sofort ins Philosophieren“, schildert Schramm.
Die Historikerin erinnert sich, dass Ingrisch in einem Interview gefragt wurde, mit wem sie am liebsten die Rolle tauschen würde. „Mit Gott“, habe Ingrisch geantwortet. „Weil sie die Welt besser geschaffen hätte als er“, erklärt Schramm: „Für den Mut zu dieser Aussage habe ich sie unendlich bewundert.“ Auch habe Ingrisch sie bei ihrer schriftstellerischen Laufbahn voll unterstützt und sei bei vielen ihrer Buchpräsentationen am Podium dabei gewesen, so Schramm.
Leben endet nicht
Sie schätzte Ingrisch als wunderbare Erzählerin. „In jede Geschichte floss ihr unerschütterlicher Glaube, dass das Leben mit dem Tod nicht endet. Sie hatte keine Angst vor den Geistern, die sie rief. Denn gleichzeitig war sie eine hartgesottene Realistin, eine Wissenschafterin“, betont Schramm.
Ärger hatte sich Ingrisch mit ihrem „Donnerstagebuch“ eingehandelt, in dem sie über ihre Gespräche mit einem verstorbenen Politiker aus dem Jenseits schrieb. Dieses Jenseits beschäftigt nun Schramm. Sie will „Schule der Unsterblichkeit“ von Ingrisch weiterführen: „Ich habe Lotte überzeugt, dass ich die Richtige bin, ihr geistiges Erbe anzutreten. Denn das Leben geht mit dem Tod nicht zu Ende.“















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