Existenzängste, bevorstehende Delogierungen, Perspektivlosigkeit, Probleme bei der Wohnungssuche, Erschöpfung, Burn-out und Long Covid - mit all diesen und anderen Problemen wandten sich im vergangenen Jahr 30.722 Vorarlberger an die verschiedenen Beratungsstellen des Instituts für Sozialdienste (ifs).
Diese waren ebenso wie die diversen Unterstützungsangebote trotz der Lockdowns durchgehend geöffnet. Was die Finanzen angeht, so belief sich die Betriebsleistung aller dem Institut für Sozialdienste zugeordneter Bereiche auf insgesamt 36,3 Millionen Euro.
„Im Vergleich zu anderen Jahren fällt auf, dass die Probleme zunehmend komplexer werden und mehrere Lebensbereiche zugleich betreffen. Deshalb brauchen die Hilfesuchenden für einen deutlich längeren Zeitraum Unterstützung und Begleitung“, resümiert Geschäftsführerin Marina Gasser.
Armut ist ein Thema, das nicht vernachlässigt werden darf, vor allem da vielfach Kinder und Jugendliche mitbetroffen sind.
fs–Geschäftsführerin Martina Gasser
Die Folgen der Pandemie spiegelten sich auch 2021 bei den Beratungsgesprächen wider: Risikofaktoren für häusliche Gewalt - etwa Überforderungen oder Konflikte auf Paar- sowie Eltern-Kind-Ebene - haben sich nicht zuletzt aufgrund der erzwungenen Nähe durch Homeschooling und Homeoffice deutlich verschärft. „Sorge bereitet uns in diesem Zusammenhang vor allem die Tatsache, dass es Kindern und Jugendlichen während der Lockdowns oftmals kaum möglich war, auf Gewalterfahrungen und Vernachlässigung aufmerksam zu machen. Dabei sind sie auf die Hilfe von aufmerksamen Erwachsenen angewiesen, um der Gewalt ein Ende zu setzen", erläutert Gasser.
Teuerung betrifft nun auch die Mittelschicht
Neben der psychischen Gesundheit spielte das Thema der Existenzsicherung in den Beratungen eine große Rolle. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, krankheitsbedingte Ausfälle sowie steigende Wohnkosten haben bereits im vergangenen Jahr dazu geführt, dass sich immer mehr um ihre Existenz sorgen. „Armut ist ein Thema, das nicht vernachlässigt werden darf, vor allem da vielfach Kinder und Jugendliche mitbetroffen sind“, betont die Geschäftsführerin.
Und eines sei auch klar: Im Zuge der aktuellen Teuerung werde sich die Armut sehr bald auch auf Teile der Mittelschicht ausbreiten. Das sind ausgesprochen trübe Aussichten. Die Zahl der familiären Konflikte ist durch die Pandemie gestiegen, auch die finanziellen Sorgen werden größer.














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