Politiker auf Urlaub - ein heißes Diskussionsthema in diesem Sommer, in dem uns neben der Hitze so vieles schwerst beutelt: Die extreme Teuerung, der Krieg in der Nachbarschaft samt Gaskrise, Corona und noch mehr - wir berichten in unserer SonntagsAusgabe über all diese Themen. In dieser Situation dürfe, meint heute ein „Krone“-Leserbriefschreiber aus Linz, die Politik nicht abtauchen. Gerade jetzt, schreibt er, sei die politische Führungscrew gefordert, „den Staat sicher durch die Krise zu führen“. Da hat er sicher recht. Das hat offensichtlich auch der Bundeskanzler so verstanden, der lauthals den Verzicht auf seinen Auslandsurlaub verkündete. Und gleich auch seine Besuche bei den Festspieleröffnungen in Bregenz und Salzburg absagte. Diese beiden (Halb-)Tage bei den für unser Land auch international so wichtigen Festspielen, so könnte man annehmen, hätten sich schon ausgehen müssen. Dort Österreich zu repräsentieren, das gilt an sich als Staatspflicht. So überlässt Bundeskanzler Nehammer Bundespräsident Van der Bellen aber die Bühne alleine. Auf der das wahlkämpfende Staatsoberhaupt die richtigen Worte findet, während der Kanzler immer wieder verbal ins Schlittern kommt. Die Politik, so der Präsident in Bregenz, müsse jetzt arbeiten und gut kommunizieren. Man denkt sich: für Politiker, denen das nicht gelingt, wären Ferien angesagt. Oder ein anderer Job.
Knoblauchsteuer. In aller Munde ist er dieser Tage, Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr. Sein Vorschlag, wie man angesichts der explodierenden Energiekosten für die Haushalte die Strompreise deckeln könnte, wird als „Felbermayr-Modell“ tituliert. Ob ihm das schmeichle, fragt Conny Bischofberger im Sonntags-Interview den Ökonomen. Da gibt er zwar zu, dass es dies tue. Er ergänzt aber rasch, ihm sei bewusst, dass diese Bezeichnung all jene beleidige, die ähnliche Modelle entwickelt haben, aber nicht genannt werden. Lustig, wie der Oberösterreicher erklärt, wie sein Interesse für Ökonomie geweckt wurde: Durch seinen Wirtschaftskundelehrer im Schlierbacher Stiftsgymnasium, wo man praxisnah etwa über die Folgen einer eventuellen Knoblauchsteuer am Istanbuler Knoblauchmarkt diskutiert habe. Bischofberger wollte von Felbermayr auch wissen, was er von der diese Woche erfolgten Zinserhöhung durch die EZB halte. „Für uns Österreicher wäre es besser gewesen, wenn dieser Schritt früher gekommen wäre“, findet er. EZB-Chefin Christine Lagarde bezeichnet Felbermayr als „Taube“. Im Gegensatz zu den Falken, die für eine strenge Geldpolitik plädieren. Felbermayr wünscht Lagarde, dass sie zum Falken mutiert. Ob das passiert? Naja, er ist schließlich Optimist. Meint er im Interview doch auch auf Bischofbergers Frage, wie die Welt seiner Meinung nach in fünf Jahren aussehen werde, letztlich würden wir das meistern, da sei er sich „ziemlich sicher“. Na, dann hoffen wir, dass er recht hat!
Einen schönen Sonntag!















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