17.07.2022 15:22 |

Verstärkung im Süden

Russen wappnen sich für ukrainische Gegenoffensive

Es ist erklärtes Ziel der ukrainischen Regierung, die von russischen Truppen besetzten Gebiete im Süden des Landes zurückzuerobern. Kürzlich kündigte Verteidigungsminister Olexij Resnikow dazu vollmundig eine Großoffensive mit einer Million Soldaten an. Wie realistisch diese Ansage angesichts empfindlicher Verluste ist, ist fraglich. Russland nimmt die Gefahr aber offenbar ernst: Laut britischem Geheimdienst verstärken die Besatzer ihre defensiven Positionen in der Südukraine.

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Zwischen den Großstädten Mariupol und Saporischschja sowie in Cherson gebe es „Bewegung von Personal, Material und defensiver Vorräte“, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums auf Twitter. Die russischen Truppen verstärkten zudem auch ihre Sicherheitsmaßnahmen in der besetzten südukrainischen Stadt Melitopol.

Ukrainer griffen Kommandoposten an
Laut britischem Geheimdienst sind die russischen Defensiv-Maßnahmen wahrscheinlich eine Reaktion auf die Angriffe der Ukrainer auf Kommandoposten, logistische Knotenpunkte und Truppenkonzentrationen. Kiew übe seit mehr als einem Monat Druck auf die von Russland besetzten Gebiete in der Region Cherson aus, weitere Offensiv-Maßnahmen seien geplant.

Die Truppenverstärkung im Süden zeigt den britischen Experten zufolge, wie ernst die Russen die Gefahr durch eine Gegenoffensive nehmen. Denn gleichzeitig tobt der Kampf um den Donbass unvermindert weiter. Eine Doppelbelastung für die russischen Truppen, die zusehends an Personalmangel leiden.

Moskau: Waffenlieferungen zerstört
Indes verzeichneten die Invasoren nach eigenen Angaben erfolgreiche neue Angriffe in der Ukraine. Das russische Militär habe zahlreiche von den USA und anderen NATO-Staaten gelieferte Waffen zerstört, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am Sonntag mit. In Odessa am Schwarzen Meer sei ein Depot mit Harpoon-Raketen und im Gebiet Donezk ein von den USA gelieferter Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS vernichtet worden.

In der Region Charkiw hätten die russischen Streitkräfte mit der Luftabwehr vom Boden aus einen Kampfjet vom Typ Suchoi Su-25 sowie in der Region Slowjansk im Gebiet Donezk mit einem Jagdflugzeug einen Kampfhubschrauber vom Typ Mi-17 abgeschossen. Im Gebiet Charkiw seien etwa 200 ukrainische Soldaten bei den Angriffen getötet worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

Von unabhängiger Seite überprüfbar sind diese Angaben nicht. Experten weisen darauf hin, dass die HIMARS-Systeme nur schwer zu orten und zu zerstören seien. Die Harpoon-Raketen wurden nach ukrainischen Angaben zuletzt immer wieder gegen die russische Kriegsmarine eingesetzt.

NASA-Daten zeigen weniger russischen Beschuss
Als erfolgreich bezeichneten die Ukrainer auch den Einsatz des Mehrfachraketenwerfers vom Typ HIMARS. Das bestätigen laut dem US-Thinktank ISW Daten der NASA. Denn die Zahl der Hitze-Anomalien im Donbass seien in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Der wahrscheinliche Grund: Weil die Ukraine mit HIMARS-Systemen russische Munitionsdepots zerstört, können die russischen Streitkräfte kein hohes Maß an Artilleriefeuer entlang der Frontlinie aufrechterhalten.

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