
Erfrischend anders präsentierte sich das heurige Stück des Wilheringer Theaterspectacels: „Monks“ ist als Stationentheater angelegt, das die Neugier weckt und dabei Geschichte lehrt.
„Danke, dass Sie sich als Statisten gemeldet haben“, wird man bei der Ankunft im Hof der Stiftsscheune launig von Regisseur und Autor Joachim Rathke (weiterer Autor: Rudolf Habringer) begrüßt. Man sei ab sofort ein rechtloser Bauer, man habe zu frieren und zu hungern. Gleich darauf reitet ein Ritter stürmisch ein, übergibt vier Mönchen und einer Nonne eine Stiftungsurkunde, und schon ist man mittendrin im finsteren Mittelalter. Um genau zu sein im Jahr 1146, dem Gründungsjahr des Stifts Wilhering. Denn die Uraufführung von „Monks“ zeichnet zum letztjährigen 875-Jahre-Jubiläum (wegen Corona etwas verspätet) die Geschichte des Stifts, ach was, unserer ganzen Glaubenskultur nach. Und zwar durchaus auf kritische Art und Weise, samt Hexenverbrennungen und Nationalsozialismus. Dies geschieht an sieben historischen Spielorten im und ums Stift, die gemeinsam erwandert werden.
24 Schauspieler in 66 Rollen
Die Uraufführung geriet lebendig und erfrischend unprätentiös. Und auch wenn hie und da nicht alles so gut zu verstehen ist wie in einem Theaterraum, und auch wenn man ab und zu nicht alles gut sieht oder vom atemberaubenden Sonnenuntergang kurz abgelenkt wird: „Monks“ ist ein tolles Stück Theater. 24 solide Schauspieler geben in diesem logistischen Meisterwerk 66 Rollen. Herausragend Sven Kaschte und Henry Mason, die abwechselnd die Hauptrolle des Franziskus spielen; köstlich Julia Frisch als Geliebte des Abts. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Blick in den „Reiseführer“, der vor allem zeitliche Orientierung gibt.
















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