07.07.2022 16:15 |

Armut und Flucht

Teuerung schürt illegales Geschäft mit Migranten

Weltweite Preissteigerungen spielen der Schlepper- mafia in die Hände. Aus Geldmangel verlassen immer mehr Menschen ihre Heimatländer.

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Nur ein Beispiel ist Ägypten. Das historische Land der Pharaonen gehört mit mehr als 100 Millionen Einwohnern zu den größten Weizen-Importeuren der Welt. 80% der Einfuhren kamen bisher aus der Ukraine. „Seit dem Krieg sind die Lieferketten zusammengebrochen und die Preise explodiert“, sagte Europa-Abgeordneter Christian Sagartz nach einem Treffen in Straßburg mit dem ägyptischen Botschafter Badr Abdel Aty. In einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, seien steigende Lebensmittelpreise extrem spürbar, heißt es.

Notlage wird skrupellos ausgenutzt
Diese Notlage werde oft von kriminellen Schleppern ausgenutzt, schlagen die Behörden Alarm. Ägypten gilt bereits als Risikozone. „Wenn sich zehn Prozent der Bevölkerung entschließen, nach Europa zu gehen, bedeutet dies einen Anstieg um mehr als zehn Millionen Migranten“, warnte Sagartz. Heuer wurden erst etwas mehr als 300 Asyl-Anträge von Ägyptern in Österreich gestellt. „Diese Zahl könnte in die Höhe schnellen.“

EU ist gefordert
„Die EU muss rasch handeln“, lautet eine Forderung. Über 100 Millionen Euro werden nun als finanzielle Soforthilfe zur Verfügung gestellt. „Das ist ein erster Schritt, da muss aber noch mehr kommen. Es braucht vor allem Unterstützung bei Weizen-Importen, beim Aufbau von Vorräten und auch Hilfe bei der Getreideproduktion in Ägypten“, erklärte Sagartz. Er betonte, dass Ägypten bisher stets ein verlässlicher Partner im Kampf gegen illegale Migration gewesen sei und viele Flüchtlinge aus umliegenden Ländern aufgenommen habe. Der Europa-Abgeordnete: „Wir müssen nun alles tun, um die Stabilität in der Region zu sichern. Wer vor Ort und nachhaltig hilft, bekämpft direkt die Fluchtursachen.“ 

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