Vollwaise nach Bluttat

Massaker bei US-Parade: Eltern von Bub (2) tot

Ausland
06.07.2022 06:49

Die tödlichen Schüsse bei einer Parade zum Nationalfeiertag in den USA haben einen zwei Jahre alten Buben namens Aiden zum Vollwaisen gemacht. Der 37 Jahre alte Vater und die zwei Jahre jüngere Mutter des Kindes seien unter den sieben Todesopfern der Tat vom Montag in Highland Park. Der 21-jährige mutmaßliche Todesschütze wurde bereits wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt - das seien jedoch nur die ersten von vielen weiteren Anklagen, so der Staatsanwalt. 

Auch auf der von Gerichtsmedizinerin Jennifer Banek verlesenen Liste der Todesopfer standen die Namen der Eltern. Sie kamen demnach aus Highland Park. Seitens des Senders CBS hieß es am Dienstag, Aiden sei im Chaos nach den Schüssen von seinen Eltern getrennt worden. Ein Paar habe den Buben in der Obhut einer fremden Frau entdeckt, die aber offensichtlich unter Schock gestanden habe. Das Paar habe das Kind daraufhin mit sich genommen und zur Feuerwehr gebracht. Später sei Aiden dann von der Polizei an seine Großeltern übergeben worden.

Bei Spendenaktion bereits 750.000 Dollar gesammelt
Im Internet wurde zu Spenden für Aiden aufgerufen. Auf einer Gofundme-Seite kamen bis Dienstagabend (Ortszeit) über 750.000 Dollar (rund 730.000 Euro) zusammen - deutlich mehr als die Zielsumme von 500.000 Dollar. Mehr als 13.200 Menschen hatten zu dem Zeitpunkt gespendet. „Im Alter von zwei Jahren wurde Aiden in die unvorstellbare Situation gebracht, ohne seine Eltern aufzuwachsen“, hieß es in dem Aufruf. Nun habe der Bub einen langen und schweren Weg vor sich, „um Stabilität zu finden und schließlich das Leben als Waise zu meistern“.

Dutzende weitere Anklagepunkte gegen Verdächtigen erwartet
Der Verdächtige, der die Bluttat angerichtet haben soll, wurde mittlerweile wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt. „Dies sind nur die ersten von vielen Anklagen“, sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Dienstagabend (Ortszeit) in der Kleinstadt Highland Park. Er erwarte, dass der 21 Jahre alte Tatverdächtige noch in Dutzenden weiteren Punkten zur Rechenschaft gezogen werde.

Staatsanwalt forderte landesweites Verbot von Sturmgewehren
Im Falle einer Verurteilung würden aber bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf Bewährung führen. Rinehart kündigte an, die Staatsanwaltschaft werde an diesem Mittwoch bei Gericht beantragen, dass der Verdächtige in Untersuchungshaft genommen werde - ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Der Ankläger betonte, für die Sicherheit der Menschen müsse mehr getan werden. Er forderte ein landesweites Verbot von Sturmgewehren, wie sie bei zahlreichen Massakern in den USA benutzt wurden - so auch im Falle der jüngsten Tat in Highland Park. US-Präsident Joe Biden war kürzlich mit der gleichen Forderung am Widerstand im Kongress gescheitert.

In Highland Park hatte ein Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Erst Stunden später wurde der mutmaßliche Täter gefasst. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte er mit einem „leistungsstarken Gewehr“ vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge gefeuert und etwa 70 Schüsse abgegeben. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden. Die Zahl der Toten stieg am Dienstag auf sieben, nachdem ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen gestorben war.

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