Täter feuerte 70-mal
Opferzahl nach Bluttat bei US-Parade gestiegen
Die Zahl der Todesopfer ist nach den tödlichen Schüssen bei einer Feiertags-Parade in den USA auf sieben gestiegen. Ein Mensch starb einen Tag nach der Attacke in Folge seiner Verletzungen, wie Medien am Dienstag unter Berufung auf die örtliche Polizei berichteten. In dem Vorort von Chicago hatte ein Schütze am Montag, dem Nationalfeiertag der US-Amerikaner, das Feuer eröffnet. Erst Stunden nach der Tat wurde der mutmaßliche Täter gefasst.
Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte der Mann von einem Dach aus mit einem nach ersten Erkenntnissen legal erworbenen Gewehr rund 70 Schüsse offenbar wahllos in die Menschenmenge abgegeben (siehe Video oben). Mehr als 30 Menschen seien dabei verletzt worden. Ermittler in den USA rätseln nach der Bluttat weiter über das Motiv des Täters. Mehrere im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, werden dem Verdächtigen zugeschrieben.
Schüsse für Feuerwerk gehalten
Zahlreiche Anrainer hatten sich am Vormittag des 4. Juli, an dem der Unabhängigkeitstag der USA landesweit gefeiert wird, im Zentrum der 30.000-Einwohner-Stadt Highland Park versammelt. Sie wollten gemeinsam feiern. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Parade fielen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichteten später in US-Medien, sie hätten die Geräusche zunächst für Feuerwerk gehalten. „Mir fehlen die Worte, um diese Art von Monster zu beschreiben, das auf der Lauer liegt und in eine Menge mit Familien mit Kindern schießt“, schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Robert Pritzker, auf Twitter.
Rund zwei Dutzend Verletzte wurden nach Polizeiangaben in Krankenhäuser gebracht. Ein Arzt in einem Krankenhaus sagte, dort seien Patienten im Alter von acht bis 85 Jahren mit Schusswunden behandelt worden, darunter mehrere Kinder. Ein Augenzeuge sagte dem Sender CNN, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden gelegen hätten. „Es war herzzerreißend.“ Menschen seien von der Parade geflohen.
Der mutmaßliche Todesschütze konnte Medienberichten zufolge anhand der Waffe identifiziert werden. Ermittler hätten DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden, das der Verdächtige am Ort des Geschehens zurückgelassen habe, berichtete der US-Sender NBC News.
Zur Tarnung als Frau verkleidet
Nach Angaben der Ermittler bereitete der mutmaßliche Schütze seine Bluttat wochenlang vor. Der 21-Jährige habe sich offenbar auf legalem Weg das Gewehr mit hoher Durchschlagskraft besorgt und sich als Frau verkleidet, um seine Identität zu verschleiern und leichter fliehen zu können, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.
Mehrere Social-Media-Konten, von denen anzunehmen ist, dass sie dem Verdächtigen zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt. In archivierten Versionen sind selbst gedrehte Videos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Ein etwa vor einem Jahr unter einem Pseudonym hochgeladenes Video zeigt einen Comic, in dem Szenen von Erschießungen zu sehen sind. An einer Stelle liegt ein Schütze in einer Blutlache am Boden, umzingelt von Polizisten mit gezückten Gewehren.













Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).