Investor Roiss rät:

„Klotzen, nicht kleckern!“ bei geplanter TU Linz

Klotzen, nicht kleckern„ bei der neuen TU für Digitalisierung in Linz, rät - sinngemäß - das Linzer JKU-Uniratsmitglied Gerhard Roiss, der von 2011 bis 2015 Generaldirektor der teilstaatlichen OMV war. Er schlägt vor, gleich eine Milliarde Euro zu investieren, um damit rund um diese TU ein “Ökosystem" an Startups zu errichten.

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Übrigens bei den anderen vier TUs in Österreich genauso. Also fünf Milliarden in Summe, das heißt wahrlich „klotzen“, nämlich „um uns innerhalb einer Dekade ins europäische Spitzenfeld zu katapultieren“.

Aber woher soll das Geld kommen?
In einem „Profil“-Interview hat der ehemalige Ölmanager, der schon seit einigen Jahren in Start-ups für Elektromobilität, grüne Technologien und künstliche Intelligenz investiert, einen Weg skizziert: Der Staat, der über die ÖBAG noch an der OMV beteiligt ist, sollte die günstige Marktlage für Energiekonzerne nutzen und sich von dieser Beteiligung trennen, wobei er  je nach Verhandlungsgeschick fünf bis zehn Milliarden Euro erzielen könnte.

Linz stirbt um aktuellen Verkaufserlös
Roiss sieht das gar nicht als „Privatisierung“, sondern eher als das Recycling traditioneller, irgendwann auslaufender Geschäftsbereiche für Neues. Eine Art zukunftsträchtige Kreislaufwirtschaft also. In kleinerem Umfang läuft dieses „Recycling“ ja schon, wenn sich die OMV-Tochter Borealis von der Agrolinz, also ihrer Düngemittelsparte trennt und beim Verkauf 800 Millionen Euro lukriert. Ein Erlös, von dem die Standortgemeinde Linz und Oberösterreich übrigens nichts sehen…

Mehr als nur Fachkräfte-Ausbildung
Zurück zur neuen TU in Linz. Dazu sagt Roiss im Speziellen: „Wenn man dort mehr will, als die bloße Ausbildung von Fachkräften, nämlich Forschung und Entwicklung, dann dürfen sie nicht singulär eine digitale Uni bauen.“ Sondern? „Da müssen sie dazu auch das ,Ökosystem’ planen, wo die Entwicklungen und Erfindungen gleich in unmittelbarer Nähe zur Uni Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und wirtschaftlichen Umsetzung finden, mit Unterstützung der Professoren und Assistenten. So wie es international üblich ist.“

Was ist mit Digitalisierung der Medizin?
Für so ein „Start-up Valley“ wäre die Milliarde gedacht und hier könnte sich auch in Linz in kurzer Zeit eine starke Dynamik entfalten, ist der Manager und Investor überzeugt. Am Konzept für die neue TU selber vermisst Roiss übrigens die Digitalisierung der Medizin, zumal die JKU ja auch eine junge, aufstrebende Medizinfakultät hat:  „Diesen Schwerpunkt brauchen wir dringend an der TU Linz!“

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