26.06.2022 09:00 |

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Auto-Dachzelte im Test: Teuerstes ist Schlusslicht

Nicht jeder Camper frönt dem aktuellen Campingbus-Trend. Auch Dachzelte erfreuen sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit, immer häufiger sind sie auf Autos zu finden. Daher hat der ADAC nun sieben Modelle ohne Hartschale getestet, die - einmal auf dem Dach montiert - zum Übernachten einfach aufgeklappt werden und sich dann auf einer Leiter abstützen.

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Wichtig waren den Testern dabei die Kriterien Auf- und Abbau, Verarbeitung, Wetterfestigkeit, Schadstoffe und Campingtauglichkeit. Das erfreuliche Ergebnis des ersten Dachzelte-Tests: Kein Modell ist durchgefallen, sechs Zelte erhalten die Note „gut“ und ein Modell sogar „sehr gut“. Doch obwohl alle Klappzelte eine ähnliche Grundkonstruktion haben und die Ergebnisse nahe beieinander liegen, gibt es deutlich Unterschiede.

Testsieger ist nur bei Kälte nicht ideal
Sieger im Test ist das Dachzelt von Thule, das trotz eines Preises im Mittelfeld mit der besten Verarbeitung punkten kann. Und das auch in den Kriterien Komfort, Nutzbarkeit und Schadstoffbewertung keine Schwächen zeigt. Nur im Rahmen der Temperaturmessung in der Kältekammer kann das Modell nicht mit anderen mithalten. Laut Hersteller ist das Thule Tepui Autana ganzjährig und zu jeder Jahreszeit sowie in jedem Klima nutzbar. Andere Hersteller bieten für niedrigere Temperaturen ein Thermoinnenzelt, das beim Thule fehlt.

Aufblaszelt als Schlusslicht
Testverlierer ist das innovativste Zelt im Test. Das Modell Gentletent GT Roof (Modell 2021) wird nicht mit Zeltstangen aufgebaut, sondern aufgepumpt und spart so Gewicht. Es ist aber deswegen nicht schneller aufzubauen. Außerdem gibt es Abstriche beim Komfort, denn das Lüften gelingt bei den wenigen, kleinen Fenstern nur schwer. Zudem fiel den Testern eine eher schlechte Verarbeitung auf. Die Stoffe waren unsauber verarbeitet, und die Nähte gaben an manchen Stellen schon im Testzeitraum nach. Im Beregnungstest trat bei diesem Zelt auch Wasser ein.

Bei Schadstoffen ganz genau hingesehen
Der ADAC hat die Zeltstoffe und Matratzen auf Schadstoffe untersucht - und wurde in einigen Proben fündig. In keinem Fall wurden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten, zumindest nicht bei den Schadstoffgrenzwerten für Erwachsene. Da aber auch Familien mit Kindern Dachzelte nutzen, hat der ADAC Grenzwerte zugrunde gelegt, die für Kinderspielzeug gelten. Diese Grenzwerte werden von den Zelten von dare to be different, Vickywood, Campwerk und Horntools für verschiede Schadstoffe überschritten. Da in Zelten auch Kinder schlafen, fordert der ADAC die Hersteller auf, sich trotz der eigentlich legalen Messwerte an die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie zu halten, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Wer sich ein Dachzelt kaufen möchte, sollte wissen, dass die einzelnen Modelle im Vergleich zu einem herkömmlichen Zelt deutlich teurer sind. Die Zelte im Test lagen zwischen knapp 2000 und über 3000 Euro. Um sich für das passende Modell entscheiden zu können, sollte man im besten Fall mindestens ein Dachzelt probeweise ausleihen. Sind die Zelte einmal auf dem Auto, ist der Aufbau meist problemlos. Doch der Weg aufs Dach braucht etwas Übung: Die Zelte sind teilweise sehr schwer, und nach den Erfahrungen beim Auf- und Abbau im Test sollte man dafür mindestens zu zweit, am besten sogar zu viert sein. Und: Ist der Camping-Urlaub vorbei, sollte man das Zelt auch wieder vom Auto nehmen. Denn der Ballast auf dem Dach bringt deutliche Nachteile, vor allem auch einen hohen Spritverbrauch.

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