BMW Werk in Steyr

Aufbruchsstimmung und Erleichterung nach Deal

Ab 2025 wird die Serienproduktion von E-Motoren der neuesten Generation in Steyr anlaufen. Mehr als 600.000 Stück sollen im Vollbetrieb im Werk in Oberösterreich produziert werden. Eine richtungsweisende Entscheidung, die den Standort und Arbeitsplätze sichert. Werksleiter Alexander Susanek im „Krone“-Interview über Steyrs Trumpfass, Schulungen und Kurzarbeit.

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„Krone“:Herr Susanek, mehr als eineinhalb Jahre hat sich Steyr intensiv um die Produktion von E-Motoren bemüht. Was war entscheidend?
Alexander Susanek: Wichtig war, dass wir hier am Standort eine herausragende Kompetenz im Motorenbau haben, die wir über Jahrzehnte aufgebaut haben. Die haben wir mit dem Verbrennungsmotor entwickelt und werden wir nun auf die E-Mobilität übertragen.

Wann beginnt die Schulung der Mitarbeiter?
Die hat schon begonnen. Die aktuelle Generation der E-Antriebe wird in Dingolfing gefertigt. Wir haben viele Mitarbeiter, die dort die Produktion unterstützen.

Wie haben die Beschäftigten das „Ja“ aufgenommen?
Wir waren bisher ein Standort, der ausschließlich Verbrennungsmotoren produziert hat. Alle unsere Mitarbeiter hatten natürlich das Fragezeichen im Kopf, wie das denn langfristig mit uns weitergeht. Man liest ja ständig: Der Verbrennungsmotor wird verboten, den werden wir nicht mehr brauchen. Diesen Technologiewandel jetzt hinzubekommen, das war für uns ein ganz entscheidender Schritt, um die Beschäftigung wirklich langfristig abzusichern. Jetzt ist eine Erleichterung spürbar, eine richtige Aufbruchsstimmung. Wir können die Segel Richtung Zukunft setzen. Das ist toll.

So ganz neu ist das Thema E-Mobilität für Steyr ja nicht.
Im Entwicklungsbereich haben wir ja schon begonnen, vom Diesel weg hin zur Elektromobilität unseren Schwerpunkt zu verschieben. Schon heute arbeiten etwa 30 Prozent unserer Entwickler für die E-Mobilität. Und das wird jetzt auch noch mal deutlich mehr, weil wir mit dieser Entscheidung zum ersten Mal am Standort Steyr einen kompletten E-Antrieb auch entwickeln werden - nicht irgendeiner, sondern der High-Performance-E-Antrieb in der nächsten Generation, der dann in den elektrifizierten BMW-M-Fahrzeugen auch zum Einsatz kommt.

Wie siehts mit den notwendigen Baumaßnahmen aus?
Wir werden einen Neubau und einen Anbau machen. In Summe schaffen wir 60.000 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche. Das brauchen wir, weil unser Standort ja heute mit der Produktion von Verbrennungsmotoren vollständig ausgelastet ist.

Themenwechsel: Im März wurden 3200 Mitarbeiter wegen fehlender Kabelbäume zur Kurzarbeit angemeldet. Wie ist da der Status quo?
Wir hatten im Mai weniger als 900 Mitarbeiter in der Kurzarbeit. Ob wir für die Zeit ab Juli neu beantragen, prüfen wir noch.

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