In den meisten Lebensbereichen von Herrn und Frau Österreicher heißt es „bitte mehr bezahlen“ - Tendenz weiter steigend. „Der Preishammer klopft uns weiterhin windelweich!" Sätze wie dieser gehören mittlerweile zum Alltag.
Die Lebenskosten steigen und steigen, viele Menschen in Österreich kommen mit dem Geld nicht mehr aus. Die „Krone“ hörte sich am Pfingstwochenende in ganz Österreich um und fragte: „Können Sie sich das Leben noch leisten?“
Der Tenor der befragten Landsleute: Alles wird teurer, und wir spüren es vor allem beim Einkaufen von Lebensmitteln, an den Tankstellen oder auch beim klassischen Bezahlen von Strom- und Gasrechnungen.
Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich es mir leisten kann, Dinge zu kaufen, die ich möchte. Doch wenn ich an den Urlaub denke, habe ich kein gutes Gefühl, weil da eben auch alles teurer geworden ist.
Gerold K. (60), Lehrer in Wien
Zum Glück wohne ich derzeit mit meiner Mutter zusammen. Wir teilen uns die Kosten für unsere vier Wände. Andernfalls würde ich nur für die Wohnung und Alltägliches arbeiten gehen.
Jaqueline N. (24), Verkäuferin in Linz
ie Benzinpreise treffen mich eigentlich gar nicht, da ich immer mit Bus, Bahn oder Rad unterwegs bin. Aber im Supermarkt merke ich schon, dass gefühlt alles um 20 Prozent teurer geworden ist.
Günter P.(48), Angestellter in Klagenfurt
Beim Lebens- mitteleinkauf achte ich auf Aktionen und überlege, wie viel Geld ich zur Verfügung habe, mit dem Auto fahre ich nur noch maximal 100 km/h, um Sprit zu sparen.
Marie T.(48), Krankenschwester in Fehring in der Steiermark
Am meisten merke ich es bei den Lebensmitteln, wenn ich einen Wocheneinkauf für meine Familie mache. Außerdem gehen die Tankrechnungen extrem ins Geld.
Stefan H.(48), Physiotherapeut in Thüringen in Vorarlberg
Ich kann mir das Leben noch leisten, aber als fünfköpfige Familie spüren wir die Teuerung vor allem beim Strom und den Benzinkosten, da wir mit den Kindern viele Wege mit dem Auto erledigen.
Konstanze L. (35), Juristin in Wien
Da meine Frau und ich berufstätig sind, können wir die Preissteigerungen für unsere Familie noch verkraften. Als Alleinverdiener wäre die Situation jedoch merklich schwieriger.
Martin S.(41) Gemeindebediensteter in Mauterndorf in Salzburg
Auch wohnen immer teurer
Und die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache (siehe Grafik unten): So stieg der Gaspreis um 424,3 Prozent und auch der Strompreis laut Statistik um 202,7 Prozent - in nur einem Jahr! Auch das Wohnen in Österreich wird immer teurer. Die Mietkosten seit dem Jahr 2010 sind im Durchschnitt um 70,9 Prozent in die Höhe geschossen.
Und ebenso bei den Lebensmittelpreisen sind die Preise nicht nur gefühlt teurer geworden. Um 25,7 Prozent mehr kostet zum Beispiel die Butter, aber auch der Muntermacher Kaffee (plus 10,8 Prozent) und das gesunde Obst (Steigerung von 6,9 Prozent) machen sich beim Bezahlen an der Kassa bemerkbar.
Kleiner Trost: Die Lohnentwicklung der realen Nettolöhne ist auch gestiegen - und zwar um 16,3 Prozent seit zwölf Jahren.
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