Geheime Atomprojekte?

Iran hat seine Uran-Bestände verachtzehnfacht

Ausland
30.05.2022 17:21

Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seine Bestände an angereichertem Uran massiv ausgebaut. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Land geheime Atomprojekte vorantreibt. IAEA-Chef Rafael Grossi äußerte erst kürzlich die Sorge, dass es Probleme bei der Aufklärung ungelöster Fragen zum iranischen Atomprogramm gebe.

Die Bestände des Iran an angereichertem Uran übersteigen nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den im internationalen Abkommen von 2015 vereinbarten Höchstwert um mehr als das 18-Fache. Laut dem jüngsten IAEA-Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP am Montag einsehen konnte, befanden sich Mitte Mai schätzungsweise 3809,3 Kilogramm in den Beständen.

In dem Abkommen, das 2018 von den USA einseitig aufgekündigt worden war, hatte sich der Iran zu einer Grenze von 202,8 Kilogramm verpflichtet.

„Sind an einem sehr kritischen Punkt“
„Wir sind jetzt an einem sehr kritischen Punkt“, sagte Generaldirektor Grossi erst am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Nach Funden von Uran-Partikeln abseits bekannter Nuklearanlagen im Iran versucht die IAEA seit Jahren herauszufinden, ob diese Spuren von geheim gehaltenen Atomprojekten und -vorräten herrühren.

Atomabkommen in der Sackgasse?
Die Gespräche zwischen IAEA und Iran laufen parallel zu den derzeit festgefahrenen diplomatischen Verhandlungen über die Wiederherstellung des Atomabkommens mit dem Iran. Während neuerliche Beschränkungen des iranischen Atomprogramms und das Ende von US-Sanktionen bereits weitgehend ausverhandelt sind, steht eine Einigung über die Forderung Teherans, auch Sanktionen gegen die Iranischen Revolutionsgarden aufzuheben, weiter aus.

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