Der seit 21. Mai 2008 am Verteilerkreis amtierende 58-Jährige ließ aber auch gleich eine unmissverständliche Ankündigung Richtung "Dosen-Imperium" folgen: "Wir greifen wieder an!" Wenn man zweimal knapp den Meistertitel versäume (2010 Zweiter, 2011 Dritter), dann sollte man sich natürlich den Titel zum Ziel setzen. "Das möchten wir für die neue Saison auch machen. Dass es schwierig wird, ist keine Frage."
Junge Austria-Mannschaft gereift
Daxbacher baut darauf, dass seine Spieler um ein Jahr reifer geworden sind und mit Drucksituationen vielleicht ein bisschen besser umgehen könnten. "Das könnte ein Vorteil sein", glaubt der Niederösterreicher, dessen Kapitän Roland Linz die Ausgangslage ähnlich sieht: "Die Salzburger sind mein Titelfavorit, denn sie haben sich gut verstärkt." Er hofft freilich, dass die Austria um den Tabellenplatz an der Sonne ein Wörtchen mitreden wird.
Vorne dabei sein wäre für den Verein, die Mannschaft und ihn sehr wichtig. "Wer dann letztlich Dritter wird, ist aus unserer Sicht nicht so wichtig", meinte der Stürmer, der den Europacup, für den sich die Favoritner als einziger ÖFB-Klub seit 2002 stets qualifiziert haben, nicht vernachlässigt. "Wir werden alles daransetzen, dass wir die Gruppenphase der Europa League erreichen", nannte er ein großes Ziel.
Erreichen der EL-Gruppenphase sehr wichtig
Wie der Torschützenkönig 2010/11 schreibt auch der Trainer und der Sportchef die Europa League groß. "Das Erreichen der Gruppenphase ist für uns alle ganz, ganz wichtig, obwohl drei Runden zu überstehen, ganz schwierig wird. Wir in Österreich unterschätzen sehr gerne die Qualität anderer Länder. Es scheint mir jetzt auch so gegen die Montenegriner zu sein. Einfach wird es nicht, es muss alles zusammenpassen wie im vorletzten Jahr", meinte der Coach.
Sein Scout Sigi Aigner hat den Auftaktgegner Rudar Pljevlja in Serbien gegen Borac Banja Luca (1:1/Meister von Bosnien-Herzegowina) beobachten lassen. "Leider hat Rudar mit den Rückennummern geblufft, kein Blankett mit den Spielernamen hergegeben. Es scheint wenig Sinn zu machen, nochmals dorthin zu fahren, weil man uns in die Irre führen dürfte", erklärte der Austria-Trainer, der von seinem "Spion" einen Film erhielt und noch zwei DVDs von der Liga 2010/11 bekommen wird.
Auch für Parits Salzburg als großer Favorit
Thomas Parits hat den Europacup und die Qualifikation für die Gruppe zum "kurzfristigen Ziel" erhoben. Ihm ist bewusst, dass drei schwere Runden warten. "Ich hoffe, dass die Mannschaft so gut vorbereitet für die Saison ist, dass wir unser kurzfristiges Ziel erreichen", sagte der Sport-Vorstand. Auch für ihn gelten die Salzburger als Titelfavorit in die Liga, weil sie "den stärksten Kader" haben. Die anderen vier Klubs, Sturm, Austria, Rapid und Ried, seien die Jäger, es werde sich gegenüber 2010/11 nicht viel ändern.
Den Ex-Teamspieler ärgert noch immer, dass der Rekordsieger im ÖFB-Cup-Viertelfinale (0:4) daheim gegen Zweitligist Austria Lustenau ausschied. "Das schmerzt, so etwas darf einfach nicht passieren." In der Meisterschaft habe die Austria auch eine große Chance vergeben. "Leider ist uns im Jahr unseres 100er-Jubiläums der Titel nicht gelungen, obwohl wir bis zur letzten Runde im Rennen waren", erinnerte sich Parits.
Um einen Titel (Liga oder Cup) mitspielen, nennt er seine Erwartungen. "Das muss unser Ziel sein. Doch wie gesagt, Salzburg ist der hohe Favorit", sagte der Burgenländer, der dem Trainer keine Vorgaben für eine etwaige Vertragsverlängerung gibt. "Das Erreichen eines Europacup-Startplatzes war nur in der vergangenen Saison eine Bedingung für die Verlängerung. Diese Vereinbarung gibt es diesmal nicht, Daxbacher hat einen Ein-Jahres-Vertrag", verriet Parits.
Dilaver darf zu U20-WM in Kolumbien
Eine gute Nachricht hat Daxbacher für einen seiner jungen Schützlinge parat. Trotz des Abgangs von Julian Baumgartlinger (FSV Mainz) und der Verletzung von Alexander Grünwald (Bändereinriss linken Knöchel) darf ÖFB-Trainer Andreas Heraf mit dem Defensiv-Allrounder Emir Dilaver rechnen. "Ich weiß, dass Dilaver sehr gerne nach Kolumbien zur U20-WM fahren möchte und Heraf ihn auch braucht, weil er schon einige Absagen erhalten hat. Es sieht so aus, dass wir ihn wahrscheinlich fahren lassen", sagte der Austria-Feldherr.
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