06.05.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Zinsen & Inflation: Teuflisches Paar

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Die USA haben es wieder einmal vorgezeigt: Die Notenbank hat das Zinsniveau gleich um einen halben Prozentpunkt hinaufgesetzt, das war Klotzen und nicht Kleckern. Auslöser für diese Maßnahme war eine Inflation, die auf über acht Prozent hochgeschnellt war. Höhere Zinsen sollen eine überhitzte Konjunktur „beruhigen“, ohne dass es deswegen gleich zu einer Rezession kommen soll.

Die Europäische Zentralbank hingegen ist aus einem anderen Holz geschnitzt, aus einem Weichholz. Sie hat sich bislang um so eine Maßnahme herumgedrückt. Warum? Es gibt einige südliche EU-Mitgliedsländer (z.B. Italien, Spanien), die so hoch verschuldet sind, dass sie jede Zinserhöhung in Probleme bringt.

Aber selbst die EZB wird nicht um eine Zinserhöhung herumkommen: Ähnlich wie in den USA wäre es keine Überraschung, wenn es heuer gleich drei Etappen für höhere Zinsen geben wird.

Es ist in der Tat ein teuflisches „Paar“, die Inflation und das Zinsniveau - und es ist niemand zu beneiden, der hier Entscheidungen zu fällen hat.

Aber: Jetzt ist die Zeit reif, damit die EZB endlich auch handelt, als Zappelphilipp ist sie wertlos. Europa braucht Entscheidungen mit Hausverstand und Augenmaß, darum: Her mit der ersten Zinserhöhung.

Wer zu lange zögert, könnte dafür verantwortlich werden, dass es zu einer Stagflation (statt zu einem neuen Aufschwung) kommt. Genau das sollte vermieden werden!

Georg Wailand
Georg Wailand
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