„Krone“-Kommentar

Pressefreiheitsindex: Absurd

Kolumnen
05.05.2022 06:00

Jan Kuciak in der Slowakei, Peter R. de Vries in den Niederlanden. Zwei Journalisten, die ermordet wurden, weil sie kriminelle, mafiöse Netzwerke in Politik und Wirtschaft aufgedeckt haben. Und das nicht in Russland oder China, sondern mitten in Europa.

Sowohl unser Nachbarland Slowakei als auch die Niederlande liegen in dem am Montag veröffentlichten Pressefreiheitsindex noch vor Österreich. Morde zählen offenbar nicht so viel wie andere Parameter, darunter vermeintliche Korruption in Politik und Gesellschaft.

Dementsprechend schwer taten sich zwei Studiogäste in der „ZiB 2“ am Dienstagabend, die katastrophale Platzierung unseres Landes logisch zu erklären.

Ohne Namen zu nennen, suggerierte eine Kollegin mit einer „Krone“-Schlagzeile aus dem Jahr 2008, dass die meistverkauften Zeitungen des Landes von der Regierung gekauft seien. Auch wenn damals die SPÖ an der Macht war und nicht die heute unter Korruptionsverdacht stehende ÖVP. Offenbar ist so eine Unterstellung aber imstande, den Pressefreiheitsindex auch nach 12 Jahren noch zu beeinflussen.

Es wäre spannend, was „Reporter ohne Grenzen“, die das Ranking erstellten, wirklich dazu bewogen hat, Österreich auf Platz 31 zu verbannen. Morde können es nicht sein. Regierungen, die Journalisten mit Gewalt daran hindern wollen, unabhängig zu berichten, auch nicht. Bleiben aus Sicht mancher sogenannter Qualitätsmedien offenbar nur noch Mitbewerber mit höheren Beliebtheitswerten.

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