30.04.2022 06:00 |

„Krone“-Erfolg

Woher das Essen kommt: Herkunftskennzeichnung fix

Mehr Rot-weiß-rot auf dem Teller! Künftig wissen wir, von welchen Bauern wir Milch, Eier und Fleisch kaufen. „Krone“-Erfolg.

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„Hersteller und Unternehmen müssen auf der Verpackung von verarbeiteten, verpackten Lebensmitteln die Herkunft angeben. Das gilt etwa für Wurstwaren, Käse oder Mayonnaisen", bringen Ministerin Elisabeth Köstinger und Kanzler Karl Nehammer auf den Punkt, was im Regierungsprogramm vereinbart war und jetzt gesetzlich verpflichtend umgesetzt wird. Und sie drücken dabei aufs Tempo!

Ambitioniertes Ziel des Duos, das damit auch der rot-weiß-roten Landwirtschaft einen Booster versetzt, weil ja dann Konsumenten gezielt zu wertvollen Produkten aus deren Ställen und von deren Äckern greifen können: Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung soll schon mit 2023 in Kraft tritt. Und das auf allen Ebenen!

Auch auf Speiseplänen in Kindergärten verpflichtend
Denn auch Gemeinschaftsverpfleger, die von der öffentlichen Hand beauftragt werden, müssen die Herkunft mittels Aushang oder in der Karte ausweisen. Das kann entweder über Aufsteller, etwa an der Ausgabe von Spitalskantinen oder am Speiseplan im Kindergarten erfolgen.

Daten und Fakten

  • Vorgesehen ist die Kennzeichnung der Primärzutat Fleisch, Milch oder Ei.
  • Primärzutat bedeutet einen Anteil von mindestens 50 Prozent am Lebensmittel oder jene Zutat, die der Konsument üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels assoziiert.
  • Bei Fleisch muss in der Regel gekennzeichnet werden, wo das Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde. Bei Milch, wo das Tier gemolken wurde. Bei Eiern, wo das Ei gelegt wurde.
  • Bei Fisch und Fischereiprodukten muss schon bisher das Fanggebiet angegeben werden.
  • Mit dem AMA Gütesiegel gibt es das staatlich anerkannte freiwillige Herkunftssystem. 

Dass das Modell funktionieren wird, zeigen internationale Beispiele: Frankreich hat mit März 2022 eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch in Kantinen und Restaurants umgesetzt. Und Italien hat dafür gesorgt, dass bei verarbeiteten Produkten, die Tomaten, Milch oder Reis enthalten, klar auf der Verpackung hervorgeht, wo die einzelnen Ingredienzien herkommen. Finnland wiederum setzte das in der Gemeinschaftsverpflegung für Fleisch und Milch um.

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Die EU wollte uns einst zwingen, Wachauer Marillenmarmelade als Konfitüre zu bezeichnen. Mit den ,Krone‘-Lesern konnte ich das verhindern. Herkunft ist heiliges Gut!

Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll

Herkunft laut Umfrage wichtiger als Preis
Bei den Konsumenten punktet das türkise Duo in jedem Fall. Denn laut AMA-Umfrage ist diesen die Herkunft der Produkte wichtiger als der Preis. Satte 62 Prozent geben an, dass ihnen Regionalität bei den Nahrungsmitteln wichtig sind.

Mark Perry
Mark Perry
Christoph Budin
Christoph Budin
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