28.04.2022 10:00 |

Walchs Schwung-Ansatz

Für Katharina Liensberger wird es hart. Beinhart.

Katharina Liensberger wird künftig von Star-Trainer Livio Magoni trainiert. „Krone Vorarlberg“-Skiexperte Magnus Walch hat die geplante Zusammenarbeit des scheinbar ungleichen Duos genauer unter die Lupe genommen und ist dabei auf interessante Parallelen zwischen Magoni und Liensberger gestoßen.

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Er würde seine Athletinnen zu hart trainieren lassen. Das sei damals der Grund gewesen, warum Livio Magonis Vertrag beim italienischen Damen-Team nicht verlängert wurde. Das Statement kommt nicht von ungefähr. Magoni ist bekannt für seine rigorosen Methoden und seine pausenarme Planung. Der Erfolg gibt ihm recht. Tina Maze holte zwei Mal Olympia-Gold, Petra Vlhová einen Weltmeistertitel. Beide konnten mit ihm den Gesamtweltcup gewinnen.

Und jetzt? Ich habe mich gewundert, im ersten Moment. Gewundert über die Tatsache, dass Magoni als Co-Trainer das Technik-Team der ÖSV-Damen betreuen wird. Was macht eine Führungspersönlichkeit, die in den letzten Jahren Athletinnen individuell betreut hat als Assistenz-Trainer im österreichischen Skiverband? Bei genauerem Hinsehen macht dieser Schachzug aber absolut Sinn. Für ihn, für den ÖSV und vor allem für Kathi Liensberger.

Auf Instagram verriet die Göfnerin, dass sie mit Magoni an ihrer Seite auf die Erfolgsspur kommen wolle. Die Kommentare darauf waren kontrovers. Von „Grandios“ über „Pass auf dich auf“ bis „Größter Fehler“ war alles dabei. Warum? Als Magoni mit Vlhová am Stilfserjoch neben uns trainierte, konnte ich mir ein Bild von seinen Methoden machen. Er ist ein Tüftler, ein Out-of-the-Box-Denker. Er probiert viel aus, drillt seine Athletinnen, bringt sie aus der Komfortzone. Das Training mit ihm ist hart. Beinhart.

Passt dieser Typ Trainer wirklich zu Kathi Liensberger? Ja, auf jeden Fall. Ich kann mich erinnern, mit wie viel Einsatz und Konsequenz sie schon in jungen Jahren ans Werk ging. Hinter der stets lächelnden Athletin steckt eine beinharte Arbeiterin. Eine kurze Anekdote eines gemeinsamen Trainings: 5:30 Uhr, dichtes Schneetreiben. Als Kathi auf dem Weg nach Oberlech mit dem Auto im Schnee hängenblieb, nahmen ihre Mutter und sie vier Paar Ski auf die Schultern und stapften über 100 Höhenmeter hinauf, wo wir am Skidoo auf sie warteten. Nur um nach Lauf eins feststellen zu müssen, dass der Schnee zu weich zum Trainieren war.

Die Arbeit mit Magoni wird hart, keine Frage. Kathi wird viel auf sich nehmen müssen, viel Wille aufbringen und auf vieles verzichten müssen. Was die Vergangenheit aber gezeigt hat: Wer sich auf Magoni einlässt, kann Großes erreichen.

Magnus Walch
Magnus Walch
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