Doping beim Gold Cup

5 Mexikaner positiv auf Clenbuterol getestet

Fußball
10.06.2011 13:29
Neben dem Radsport und dem Tischtennis hat nun auch der Fußball seinen Clenbuterol-Fall: Am Donnerstag mussten fünf Kicker der mexikanischen Nationalmannschaft von der CONCACAF-Meisterschaft um den Gold Cup aus den USA abreisen, nachdem sie auf das Kälbermastmittel positiv getestet worden waren.

Die Kontrollen an den Teamspielern Guillermo Ochoa (Nummer 1), Francisco Javier Rodriguez (Nummer 2), der bei PSV Eindhoven engagiert ist, Edgar Duenas, Antonio Naelson und Christian Bermudez waren bereits am 21. Mai genommen worden, die Ergebnisse aber erst am Mittwoch bekannt geworden.

5:0-Sieg gegen Kuba Nebensache 
Ohne das Quintett, das sich unter insgesamt 14 Proben befunden hatte, verkam der Sport in Charlotte (Nord Carolina) zur Nebensache und die Mexikaner zum zweiten klaren Sieg. Der Dopingfall überschattete am Donnerstag das zweite Spiel der "Tri" zur Gruppe A. Der Titelverteidiger und Rekordsieger (1993, 1996, 1998, 2003, 2009) fegte nach dem 5:0 zum Auftakt gegen El Salvador auch die Kubaner mit demselben Resultat vom Rasen. Gegen die Salvadorianer waren Torhüter Ochoa und Rodriguez noch mit von der Partie gewesen.

CONCACAF-Sprecher Ben Spencer erklärte, die Mexikaner würden die drei Punkte aus der ersten Partie nicht verlieren. Über sonstige Konsequenzen und die Frage, ob die fünf Spieler ersetzt werden dürfen, wollte der Verband laut Spencer in einer Telefonkonferenz im Lauf des Freitags entscheiden. El Salvadors Coach Ricardo La Volpe, von 2002 bis 2006 mexikanischer Teamchef, will die Entscheidung der CONCACAF abwarten und sich erst dann äußern.

Verseuchtes Fleisch als Ursache vermutet
Auch die Disziplinarkommission des mexikanischen Fußball-Verbandes werde sich nun mit dem Fall befassen, teilte dessen Generalsekretär Decio de Maria Serrano mit. Es werde vermutet, dass die Betroffenen mit Clenbuterol verseuchtes Fleisch gegessen haben. "Solange es keine definitive Resolution gibt, sind diese Spieler suspendiert", fügte er hinzu.

"Die Substanz, auf die sie getestet wurden, ist in Mexiko illegal. Wir haben keinem der Spieler diese Art Medikament gegeben. Leider ist es in Mexiko sehr verbreitet", betonte Mannschaftsarzt Jose Luis Serrano. Teamchef Hector Gonzalez Inarritu kündigte an, die Spieler und Regierungsvertreter würden zu weiteren Tests nach Los Angeles fliegen. Daheim versuche das Landwirtschaftsministerium, bei der Aufklärung zu helfen. Mexikanische Gesundheitsbehörden hatten Anfang April erklärt, Kenntnis von einem Clenbuterol-Problem im Land zu haben.

Auch Contador Clenbuterol-"Opfer"
In den vergangenen Monaten hat es mehrere spektakuläre Clenbuterol-Fälle gegeben. Rad-Ass Alberto Contador aus Spanien war während seines Tour-de-France-Sieges 2010 positiv getestet worden und hatte dies auf den Verzehr eines kontaminierten Steaks zurückgeführt. Mit seinem Freispruch durch den spanischen Rad-Verband wird sich nach der diesjährigen Tour noch der Internationale Sportgerichtshof CAS befassen. Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov wurde trotz erhöhter Clenbuterol-Werte freigesprochen. Er erklärte die positive Probe mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch in China.

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