3200 registriert

Flüchtlingsstrom ist derzeit in OÖ ein Tröpfeln

Oberösterreich
25.03.2022 09:00
3200 Flüchtlinge aus der Ukraine hat die Polizei bisher in Oberösterreich erfasst, hauptsächlich sind es Frauen und Kinder. Der Stau bei der Erfassung sollte beseitigt sein, von vier wird auf 15 Registriergeräte aufgestockt. Landepolizeichef Andreas Pilsl sagt: „Diese Flüchtlinsgkrise läuft bisher ganz anders als jene 2015.“

„Aktuell lässt der Andrang nach, die Erfassungsstellen in Linz und Wels sind nicht mehr zu 100 Prozent ausgelastet“, so Walter Folger-Mangel, Chef der Fremden- und Grenzpolizeilichen Abteilung bei einem Hintergrundgespräch in der Landespolizeidirektion. Dennoch wird die Ausrüstung zur Erfassung aufgestockt. Statt vier sind ab sofort sechs Stationen mit Kamera, Fingerprinterfassung und Computer in Linz im ehemaligen Postverteilerzentrum und in Wels in der Messehalle im Einsatz. Damit sind bis zu tausend Erfassungen täglich möglich, so Folger-Mangel. Weitere sieben Erfassungsterminals sollen in den Regionen aufgestellt werden. Ab dem Wochenende sind zwei mobile Geräte im Einsatz, mit denen die Polizisten beispielsweise zu bettlägrigen Flüchtlingen kommen.

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Derzeit ist Oberösterreich – anders als 2015 – vorwiegend Transitland. Viele Ukrainer kommen im Norden über Tschechien nach Deutschland.

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl zur Flüchtlingslage

„Vertriebenen-Karte“
Nach der Datenerfassung sollen die Ukrainer die „Vertriebenen-Karte“ vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl zugeschickt bekommen. Dafür ist es aber wichtig, dass sich die Flüchtlinge nach der Zuweisung in ein Quartier bei der Gemeinde anmelden, damit ihr Aufenthaltsort bekannt ist. Doch warum der Aufwand, wenn der Vertriebenenstrom derzeit eher zu einem Tröpfeln geworden ist? „Wir wissen nicht, was kommt. Momentan halten sich viele Flüchtlinge in den Grenzräumen auf, sprich Polen, Moldawien, Ungarn oder auch Tschechien. Sie warten ab, wie sich der Krieg entwickelt und ob sie bald wieder zurück können. Die Ukrainer wollen ja wieder heim“, sagt Polizeichef Pilsl: „Viele Vertriebene, die bisher bei uns angekommen sind, haben nur kurz Pause gemacht und sind dann weiter, vor allem nach Italien, wo es eine große ukrainische Community gibt.“

Eine Szene im reaktivierten Linzer Postverteilerzentrum: Wie sieht es wohl gerade in der schwer umkämpften Heimat aus? (Bild: Einöder Horst)
Eine Szene im reaktivierten Linzer Postverteilerzentrum: Wie sieht es wohl gerade in der schwer umkämpften Heimat aus?

Erfassung dauert fünf bis zehn Minuten
Nachsatz: „Wir wissen natürlich auch nicht, wie es weitergehen wird, sind aber auf jeden Fall gerüstet. Im Unterschied zur Flüchtlingskrise 2015 sei beispielsweise die Bereitschaft der Tschechen, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, ungleich größer. Auch würden die Ukrainer meist Personaldokumente mit sich führen. Viele hätten auch biometrische Reisepässe, deren Erfassung nur fünf bis zehn Minuten dauert. 2015 kämpften die Behörden hingegen mit dem Problem, dass Flüchtlinge aus Afghanistan oft keine Personalnachweise hatten.

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