Traurige Bilanz
Fischerei von Tintenfischen hat sich verzehnfacht
Tintenfisch-Fänge haben sich seit 1950 mehr als verzehnfacht. Weltweit wurden alleine in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich fünf Millionen Tonnen Coleoiden - so der Fachausdruck - pro Jahr gefangen. Die Industrie ist großteils unreguliert, auch die Fangflotten haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Österreich importiert durchschnittlich rund 1800 Tonnen pro Jahr. Derzeit kennt man etwa 800 Arten, doch werden laufend neue Arten beschrieben.
„Tintenfische sind essenziell, um Meere gesund zu halten: Als Räuber und Beutetiere erhalten sie ganze Nahrungsnetze. Gehen Tintenfischpopulationen zurück, hat das katastrophale Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt der Meere. Zusätzlich verwenden Tintenfisch-Fangflotten Grundschleppnetze, in denen auch andere Meerestiere als Beifang qualvoll verenden“, erklärt Lukas Meus, Meeresexperte bei Greenpeace in Österreich.
Der industrielle Fang von Tintenfischen stieg in den letzten Jahren sprunghaft an: Wurden 2015 im Indischen Ozean nur 30 Fangschiffe registriert, waren es Ende 2019 bereits 279. Im Südwestatlantik wurden in der Fangsaison 2020/2021 über 500 Fangschiffe vor der Küste Argentiniens gezählt. Fangflotten auf der Jagd nach Tintenfischen werden kaum überwacht und gehen de facto ohne jegliche Kontrollen über ihren Fang ihrer Arbeit nach.
„Ökosystem an den Rand des Kollaps“
„Tintenfisch-Flotten plündern skrupellos und ungestört die Weltmeere - und sie sind nicht die einzigen. Die industrielle Massenfischerei, aber auch rohstoffhungrige Großkonzerne beuten die Weltmeere aus und bringen das Ökosystem an den Rand des Kollaps. Wir brauchen unbedingt weitreichende Meeresschutzgebiete, damit sich die Bestände wieder erholen können,“ so Meus. Ausschlaggebend für ein Netzwerk an Meeresschutzgebieten ist ein Hochseeschutzabkommen.







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