28.02.2022 09:55 |

Mitten im Wald

Unterkärntner Hauptstraße führt ins Nichts

Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes in Edling im Jahr 1961 gingen in der Drau ganze Landstriche und Orte unter. Eine Straße existiert jedoch noch, führt heute ins Nichts.

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Rund 11.000 Fahrzeuge frequentieren täglich die 540 Meter lange Völkermarkter Draubrücke, die Eberndorf und das gesamte Jauntal mit der Bezirksstadt verbindet. Wo sich heute der Stausee ausbreitet, befanden sich vor mehr als 60 Jahren noch Äcker, mehrere Bauernhöfe, Wohnhäuser und sogar eine Kirche.

Mehr als 100 Bewohner mussten damals dieses Gebiet und damit ihre Heimat verlassen, denn die Region wurde den Fluten der Drau übergeben, die mit dem Kraftwerk Edling zu einem riesigen Stausee heranwuchs.

Plötzlich waren die beiden Flussufer nicht mehr nur rund 100 Meter, sondern bis zu 1400 Meter voneinander entfernt.

Relikt einer Hauptstraße
Während etwa an das Dorf Pirk – mit 70 Bewohnern der damals größte Ort, der in der Drau versank – nur noch ein kleines Marterl erinnert, wird ein Waldstück südlich der Drau noch heute von einer asphaltierten Straße mit verwitterten Leitplanken und Pfeilern durchzogen. Die einstige Hauptstraße, die in den Fünfzigern noch bis zur alten Draubrücke führte und täglich von Hunderten Autos, Lkw und sogar von Schulbussen befahren wurde, endet im Bereich der Uferböschung.

Gesamte Straße musste verlegt werden
Viele Unterkärntner erinnern sich noch an ihren alten Schul- oder Arbeitsweg nach Völkermarkt, der heute östlich der Seeberg Straße mitten im Wald verläuft und ins Nichts führt. Mit dem Neubau und der Verlängerung der Draubrücke musste nämlich auch die gesamte Hauptstraße verlegt und vergrößert werden.

Heute wird die vergessene Lebensader Unterkärntens ab und zu noch von Traktoren befahren und von Jägern benützt.

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