27.02.2022 16:48 |

Proteste in Minsk

Erklärt nun auch Lukaschenko Ukraine den Krieg?

Am vierten Tag des russischen Angriffs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Solidarität der Menschen im Nachbarland Belarus appelliert. „Von Ihrem Gebiet aus schießen die Truppen der Russischen Föderation Raketen auf die Ukraine“, sagte der 44-jährige Staatschef am Sonntag in einer Videobotschaft. Tatsächlich gibt es in sozialen Medien bereits Videos von Kundgebungen in Minsk, wo Hunderte Menschen „Kein Krieg!“ schreien. Ob der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko auf sein Volk hören wird? Kurz zuvor hatte er indirekt mit einer Kriegserklärung an die Ukraine gedroht.

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Bei seiner Stimmabgabe im Rahmen eines Referendums über einer Verfassungsänderung in Weißrussland bestätigte Lukaschenko, dass russische Raketenangriffe auch aus seinem Land aus durchgeführt worden seien. Anschließend drohte er, dass „Provokationen“ gegen seine Regierung durch die Ukraine und den Westen dazu führen könnten, dass er ebenfalls eine „Spezialoperation“ im Nachbarland startet. So wird die Invasion der Ukraine in den staatlichen Medien Russlands bezeichnet.

Bei der Niederschlagung der Massenproteste nach der umstrittenen Wiederwahl Lukaschenkos im August 2020 konnte der Machthaber in Minsk auf die Hilfe des russischen Präsidenten Wladimir Putin zählen. Damit wurde das Land aber noch enger an Russland gekettet. Putin konnte Belarus als Aufmarschgebiet für seine Streitkräfte nutzen, die am Donnerstag auch von dort in die Ukraine eindrangen. Die Verfassung von Belarus soll nach dem Willen Lukaschenkos auch dahin gehend geändert werden, dass künftig russische Truppen und Atomwaffen dauerhaft im Land stationiert werden können. Dagegen und auch gegen den Krieg in der Ukraine wurde am Sonntag in Minsk protestiert (siehe Tweet unten).

Berichte über Vorbereitungen auf Angriff
Noch während die Volksabstimmung lief, wurden unbestätigte Berichte von Augenzeugen in Weißrussland in ukrainischen Medien lanciert, wonach Luftlandedivisionen auf einen Einsatz in der Ukraine vorbereitet würden. Spezialkräfte seien bereits auf Militärflughäfen zu sehen gewesen, wie sie in Transportflugzeuge einstiegen.

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