Schutzsuchende

Auf Suche nach Quartieren für Ukraine-Flüchtlinge

In Oberösterreich ist die Situation rund um Flüchtlingsunterkünfte auch ohne die Ukraine-Krise schon angespannt. Die zuständigen Politiker halten sich über Leerstände und Notunterkünfte vorerst noch bedeckt, betonen aber: „Wir haben welche!“

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Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sind schon in Österreich eingetroffen. Auch in Oberösterreich bereitet man sich - in Abstimmung mit dem Bund - auf die Aufnahme von Kriegsvertriebenen vor. „Das Ausmaß und die Entwicklungen des Konflikts sind schwierig vorherzusagen, weshalb konkrete Flüchtlingsprognosen aktuell schwierig sind“, sagen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.
Wie viele Flüchtlinge Oberösterreich „auf die Schnelle“ aufnehmen könne, darüber gibt’s keine Zahlen. Denn die Lage bei der Grundversorgung ist angespannt. Aktuell sind 3983 Asylwerber in 120 Quartieren in Grundversorgung, darunter befinden sich noch keine Ukrainer.

Nicht wie 2015
Der Honorarkonsul für die Ukraine in Oberösterreich, Ernst Hutterer aus Linz, ist vorsichtig optimistisch, dass es zu keiner unkontrollierten Fluchtbewegung wie im Jahr 2015 kommen wird. „Ich habe zu vielen Ukrainern in Oberösterreich Kontakt, die Verwandte, meist die Eltern, aus der Gefahrenzone holen wollen, um abzuwarten, wie es weitergeht. Das läuft, soweit es geht, organisiert ab und diese Menschen haben eine Bleibe und sind versorgt. Natürlich wird es auch Flüchtlinge geben, die nicht versorgt sind, aber ich habe nicht die Angst, dass es Bilder wie 2015 geben wird“, sagt Hutterer, der seit Kriegsbeginn ständig am Telefonieren ist. So geht es auch seinem Kollegen Wolfgang Mayer, der als Honorarkonsul für die Russische Föderation in OÖ tätig ist – s. Interview.

Oberösterreicher sind solidarisch mit Ukraine
Einen ungewöhnlichen Hilferuf von Ukrainern gab’s am Linzer Flughafen, wo in den vergangenen Wochen regelmäßig die größten Flugzeuge der Welt - Antonovs - von der ukrainischen Fluglinie zu Gast waren. Zwei Crews waren bei Kriegsbeginn am Donnerstag hier und baten mit selbst gebastelten Pappschildern, die sie bei den Flugzeugen aufstellten, um Solidarität mit ihrer Heimat. Aber auch Ukrainer, die in Oberösterreich leben, setzten am Freitag im Linzer Volksgarten ein Zeichen. Etwa 150 Demonstranten gingen dort für ein rasches Kriegsende auf die Straße.

Appelle an Österreich und die EU
„Wir können nicht zuhause sitzen, während unsere Landsleute in höchster Not sind“, sagt die Pianistin Oksana Kuzo, eine der Organisatorinnen. Sie appellierte an Österreich und die EU, die Ukraine nicht im Stich zu lassen und Putin mit scharfen Sanktionen – wie dem Ausschluss aus dem SWIFT-Geldtransfersystem – Einhalt zu gebieten. „Stoppt Putin“ und „Sanktionen jetzt“, skandierten Demo-Teilnehmer. Als Zeichen der Solidarität beschloss das Land OÖ, das Linzer Schlossmuseum an den kommenden Abenden in den Farben der Ukraine zu beleuchten.

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