Weiter kontrovers

Lueger-Denkmal: Wiens Umgang mit seiner Geschichte

An Karl Lueger und vor allem am Umgang mit seinem Vermächtnis scheiden sich die Geister. Aber Wiens einstiger Bürgermeister wäre nur schwer aus dem Gedächtnis der Stadt zu verbannen.

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Im Jahr 2012 wurde der Dr.-Karl-Lueger-Ring in Universitätsring umbenannt. Denn Lueger gilt - unbestritten sind seine Verdienste als Wiener Bürgermeister - als „Begründer des modernen Antisemitismus“, hieß es damals. Den Dr.-Karl-Lueger-Platz samt Denkmal gibt es bis heute, obwohl es auch hier immer wieder zu Diskussionen und regelmäßigen Protestkundgebungen kommt. Über 15 Jahre wurde über die Umgestaltung beraten. Seit Ende vergangenen Jahres ist klar - Lueger wird nicht vom Sockel gestoßen.

Stattdessen soll bis zum Jahr 2023 eine „künstlerische Kontextualisierung“ erfolgen. Inwiefern Sockel und Statue selbst bei einer künstlerischen Umgestaltung des Komplexes angegriffen werden dürfen, ist noch nicht klar und wird derzeit untersucht. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. Sicher ist aber, dass die Kontroverse damit nicht vom Tisch ist.

Lueger als Meister der Selbstvermarktung
Denn die Spuren Luegers finden sich in ganz Wien und sind damit nicht nur für die City ein Problem. Auch in Margareten gibt es ein Relikt aus der Zeit von Lueger. Eine Tafel am Siebenbrunnen-Ensemble erinnert an den christlich-sozialen Bürgermeister. „Die Tafel am Siebenbrunnenplatz ist allein deshalb interessant, weil sie bereits zu Lebzeiten Luegers errichtet und in seinem Beisein eingeweiht wurde. Für mich stellt sie eine Art vergessenes Wahlplakat dar und ich stelle mir die Frage, wie wir damit umzugehen haben“, so Johanna Adlaoui-Mayerl von den Neos Margareten.

Einstimmig wurde daher bereits im September des Vorjahres die Überprüfung des Ensembles beschlossen. Jetzt liegt eine erste Einschätzung vor. „Seitens der für den Betrieb zuständigen MA31 gibt es keine Bedenken hinsichtlich einer Veränderung, sofern das Bundesdenkmalamt die Zustimmung dazu gibt“, heißt es in dem Schreiben. Nun liegt der Ball bei den Denkmalschützern. „Wir hoffen auf eine positive Rückmeldung“, so Adlaoui-Mayerl.

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