05.05.2021 11:27 |

„Darf nicht bleiben“

Experten für Umbenennung von Lueger-Denkmal

Schon seit Jahren kommt das Denkmal des ehemaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger nicht aus der Kritik. Die Stadt Wien möchte nun eine Lösung für das umstrittene Denkmal erarbeiten. Lueger gilt als Vorreiter des politischen Antisemitismus. Zudem soll es Zusatzschilder für historisch belastete Straßennamen geben.

Aufgrund von Luegers Bedeutung für die Entwicklung Wiens zu einer modernen Großstadt einerseits und seines Antisemitismus andererseits kommt es seinetwegen bis heute zu heftigen Kontroversen. Zuletzt kam es etwa immer wieder zu Beschmierungen durch Aktivisten oder auch Aktionen der Identitären Bewegung, die sich für das Denkmal einsetzt.

Gedankenaustausch im Rathaus
Schon im Jahr 2012 wurde „seine“ Straße, vormals als Lueger-Ring bekannt, in Universitätsring umbenannt. Das Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) kündigte an, dass Expertinnen und Experten zum Gedankenaustausch ins Rathaus geladen werden sollen.

Man wolle über einen adäquaten Umgang mit dem Denkmal im Osten der Inneren Stadt nachdenken und „über Formen von Kontextualisierung und deren Vermittlung im öffentlichen Raum diskutieren“, hieß es.

Höchst umstrittene Figur
Karl Lueger sei eine höchst umstrittene Figur - auf der einen Seite Bürgermeister, der wichtige kommunale Errungenschaften auf den Weg gebracht habe, auf der anderen Seite Vorreiter des politischen Antisemitismus. Diese Ambivalenz von Lueger und seines politischen Vermächtnisses sei jedoch am Denkmal nicht sichtbar und nicht wahrnehmbar, konstatierte Kaup-Hasler.

Umgestaltung und Umbenennung?
Am Mittwoch empfahl ein Expertengremium der zivilgesellschaftlichen Initiative „#aufstehn“ eine Umgestaltung sowohl des Platzes als auch des Denkmals. Dies inkludiere auch die Entfernung der Statue Luegers, so die Experten aus den Bereichen Architektur, Kunst, Kultur und Zeitgeschichte.

„Verdienste können Hass nicht aufwiegen“
Weiters soll der Platz auch umbenannt und Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie Antisemitismus und Rassismus im Heute geschaffen werden. „Die Verdienste des Bürgermeisters Lueger können nicht aufwiegen, was der Hassprediger Lueger und seine Schüler langfristig angerichtet haben“, begründete Florian Wenninger, Leiter des Instituts für Historische Sozialforschung, die Entscheidung der Kommission.

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