23.01.2022 14:00 |

Prozente garantiert

Whisky als gewinnbringende Geldanlage

Von den Sparbuchzinsen profitieren? Das funktioniert nicht mehr. Im Rahmen der neuen „Krone“-Serie „Geld anders anlegen“ hat „Krone“-Redakteurin Sonja Schlingensiepen mit den Whiskyexperten Gerhard und Alexander Kreutz über eine ganz besondere Anlageform gesprochen.

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Seine Leidenschaft für Whisky hat Gerhard Kreutz bei einer Reise durch Schottland entdeckt. Im „Genuss am Gaumen“, jenem Geschäft, das er zusammen mit Tochter Alexandra führt, verkauft er inzwischen knapp 600 verschiedene Destillate aus ganz Schottland - von den Lowlands über die Inseln bis in die Highlands. 2010 hat das Vater-Tochter-Gespann die Räumlichkeiten „Im Buch“ in Götzis bezogen. Neben Wein, Gin, Rum, Bio-Bieren und Antipasti ist der Laden inzwischen vor allem für das „Wasser des Lebens“ bekannt.

„Angefangen haben wir mit 30 verschiedenen Whiskys. Nach und nach ist die Leidenschaft gewachsen und es sind mehr hinzugekommen“, berichtet Alexandra Kreutz. „Wir verkaufen zwar Whisky, sind aber nicht diejenigen, die damit spekulieren. Wir trinken und genießen die feinen Tropfen lieber.“

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In Japan wurde vor vier Jahren der beste Whisky der Welt gekürt. Seitdem sind die Preise geradezu explodiert.

Alexandra Kreutz, „Genuss am Gaumen“

Den Markt, um den einen oder anderen Euro zu verdienen, gibt es aber durchaus. Besonders wertvoll sind natürlich Flaschen aus inzwischen geschlossenen Destillen. Aber auch erste Releases von Brennereien, die neu eröffnet haben. „Als Faustregel gilt: Offizielle Releases bringen mehr als Unabhängige Abfüller“, sagt Whiskyexperte Gerhard Kreutz. So gebe es durchaus Flaschen, deren Wert sich innerhalb von nur drei Jahren versiebenfacht haben.

Der teuerste Whisky, der bisher bei einer Auktion verkauft wurde, kommt von Macallan und stammt aus dem Jahre 1926. Für sage und schreibe 1,7 Millionen Euro ging diese Flasche 2019 über den Tisch. „Dabei wird geschaut, wie eine Flasche gelagert war, ob Füllstand, Etikett und Verpackung passen. Schon der kleinste Riss oder die kleinste Abweichung vom Füllpegel ist extrem wertmindernd.“

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Es gibt durchaus Whiskyflaschen, deren Wert sich innerhalb von nur drei Jahren versiebenfacht hat.

Gerhard Kreutz, „Genuss am Gaumen“

Gute Chancen auf üppige Erträge

Die Flasche mit dem „Wasser des Lebens“ sollte am besten stehend im kühlen Keller aufbewahrt werden. „Direkte Sonneneinstrahlung würde sich negativ auf den Füllstand auswirken. Um die Flasche optimal luftdicht zu verschließen, würde ich zudem Parafilm benutzen“, empfiehlt Tochter Alexandra.

Wer sein Geld in Whisky investieren will, sollte ihrer Meinung nach am besten ein ganzes Fass kaufen. Zwischen 5000 bis 8000 Pfund (knapp 6000 bis gut 9500 Euro) müssen dafür in die Hand genommen werden - je nach Destillerie natürlich. Die Gewinnchancen sind ganz unterschiedlich. „Je nach Destille kann ein Fass bereits nach zehn Jahren auch schon mal 50.000 Euro wert sein“, weiß die Whiskykennerin. Einen Wertverlust müsse niemand fürchten. „Im schlimmsten Fall wird man gleich viel zurückerhalten, wie investiert wurde.“

Grundsätzlich habe sich das Geschäft mit dem Whisky in den vergangenen Jahren sehr verändert. „Seit etwa fünf Jahren ist der Boom extrem (und auch die aktuelle Corona- & Brexit Lage erleichtern den Einkauf von Whisky nicht wirklich.) Inzwischen gibt es unzählige Whisky-Broker, die auf der Suche nach guten Fässern oder raren Tropfen sind.“

Zudem sei beim Handel mit dem „flüssigen Gold“ auch Vorsicht geboten. Während der Kauf eines Whiskyfasses relativ risikoarm ist, seien gerade beim Flaschenverkauf viele Betrüger unterwegs. „Da wird einfach irgendetwas in eine alte Flasche abgefüllt“, um dann teuer weiterverkauft zu werden, warnt Alexandra Kreutz.

Neben den relativ bekannten Schotten wie Port Ellen, Brora, Springbank oder Ardbeg empfehlen die beiden auch einen Blick nach Japan. Dort wurde 2016 zum ersten Mal der beste Whisky der Welt gekürt, seitdem sind die Preise regelrecht explodiert. Chichibu, Yamazaki, Hibiki sind zum Beispiel Brennereien, die absolut gehypt werden.

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