18.01.2022 06:06 |

„Krone“-Interview

Kitzbühel-Boss: „Da blutet einem schon das Herz“

Michael Huber, der Präsident der Rennen in Kitzbühel, plaudert mit der „Krone“ über das Rekord-Preisgeld und die Fanmassen bei den Schweizern: „Andere Länder, andere Sitten, könnte man da sagen. Ich freue mich für unsere Schweizer Freunde, gratuliere ihnen zu diesen Rennen, da ist kein Neid dabei. Aber natürlich blutet einem da schon das Herz. Und vor allem die Herzen der vielen Tausenden Fans, die gerne live in Kitzbühel dabei gewesen wären, werden bluten.“

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„Krone“: Kitzbühel 2022! Was dürfen sich die Rennläufer und Fans erwarten, Herr Präsident?
Michael Huber: Man muss im Grunde von zwei Veranstaltungen sprechen. Die erste ist die für die Spitzensportler. Und da ist alles bereit für eine super Rennwoche. Die Streif und der Ganslernhang befinden sich in perfektem Zustand, wunderbar, echt bärig!

Bei der „zweiten Veranstaltung“ sprechen Sie wohl das Rundherum, die Zuschauer an, oder?
Ja, ganz genau. Bis zum 1. Dezember haben wir mit 25.000 Zuschauern pro Tag geplant. Da waren wir auf einem aus unserer Sicht sehr vernünftigen Weg, haben uns ohnehin von den ansonsten 50.000 stark nach unten reguliert. Ab 8. Dezember waren dann nur mehr 4000 pro Tag möglich, und seit 22. Dezember sind es überhaupt nur mehr die 1000. Das gilt aber übrigens auch für Mittwoch und Donnerstag, also auch bei den beiden Trainingsläufen gibt es Tickets für jeweils 1000 Zuschauer.

Aber was sagen Sie zu diesen Regeln, wenn Sie die Bilder von den jüngsten Rennen in der Schweiz mit den Zehntausenden Zuschauern in Adelboden und Wengen gesehen haben?
Andere Länder, andere Sitten, könnte man da sagen. Ich freue mich für unsere Schweizer Freunde, gratuliere ihnen zu diesen Rennen, da ist kein Neid dabei. Aber natürlich blutet einem da schon das Herz. Und vor allem die Herzen der vielen Tausenden Fans, die gerne live in Kitzbühel dabei gewesen wären, werden bluten. Es tut mir vor allem für sie alle leid, aber wir befinden uns weiterhin im Pandemie-Modus, und jeder muss seinen Beitrag leisten. Aber: Immerhin bekommen die Sportler wieder zumindest von 1000 Zuschauern ihren verdienten Applaus. Sie sind ja wie Schauspieler, sie sehnen sich nach dieser Anerkennung.

Apropos Anerkennung. Es wird diesmal die Rekordsumme von einer Million Euro Preisgeld für die drei Rennen geben. Ist das ein ganz besonderes Zeichen in ganz besonderen Zeiten?
Ich habe noch immer ein Gespräch mit dem legendären Toni Sailer in bester Erinnerung. Der sagte einst zu mir: ,Michi, kein Skifahrer der Welt will hier wegen des Geldes gewinnen. Aber der internationale Stellenwert einer Sportveranstaltung wird ganz einfach am Preisgeld gemessen!‘ Und auf Basis dieses Gesprächs handle ich nach wie vor. Die Leistung, die diese Athleten hier bringen, kann gar nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Aber das hohe Preisgeld ist eben dann doch eine besondere Art der Wertschätzung für diese Helden.

Alexander Hofstetter
Alexander Hofstetter
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