Ungarn-Trio gerettet

„Mit der Ausrüstung gehe ich maximal spazieren“

Moderne Technik hilft auch in schwierigen Situationen: Mithilfe der Online-Software Google Translator konnten sich Grünauer Bergretter mit einem Ungarn-Trio verständigen, das am Zwillingskogel in Bergnot geraten war. Und in Gosau rief eine 14-Jährige ihre Eltern an und schickte ihnen mit dem Handy ein Foto von dem Gelände, in das sich die junge Skifahrerin bei der Abfahrt verirrt hatte.
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Um 16.50 Uhr wurde die Bergrettung Grünau alarmiert, dass drei Wanderer im Abstieg vom 1402 Meter hohen Zwillingskogel festsitzen, eine Person gestürzt sei. Das ungarische Trio befand sich über einer Felsstufe abseits eines Steiges im steilen Waldgelände. Die Bergretter mussten nach dem Aufstieg seilgesichert zu den Wanderern absteigen. Da die Kommunikation mit den drei in Österreich arbeitenden Ungarn schwierig war, wurde vor Ort mit Google Translator und über Telefon mit einer Übersetzerin kommuniziert. Zuerst wurde der 26-Jährige gerettet, dann seine Freundin (22), die bereits durchnässt und unterkühlt war. Zuletzt folgte die Schwester des Ungarn. Nach Abstieg und Erstversorgung konnten die drei Ausflügler selbstständig in ihre Unterkunft nach Scharnstein fahren.

Der Zwillingskogel wird leider oft unterschätzt
Erst im Spätwinter 2021 war unweit dieser Stelle eine Bergsteigerin in den Tod gestürzt. Sie konnte erst am Tag darauf gefunden werden. „Mitunter dürften wieder Beschreibungen aus diversen Onlineplattformen auf diesen Weg geführt haben. Der Steig ist nicht markiert und auch nicht in allen Karten eingezeichnet“, sagt Martin Trautwein von der Bergrettung Grünau.

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Mit so einer Ausrüstung wie die drei geh’ ich maximal am Almsee spazieren. Eine Frau hat Stiefletten angehabt, die andere Turnschuhe. So sind sie im Schnee los.

Martin Trautwein, Leiter der Bergrettung Grünau im Almtal

14-Jährige schickte ein Foto von ihrem Standort
Vif war auch eine 14-Jährige aus Bad Ischl, die im Skigebiet Dachstein West in Gosau von der Piste abgekommen und dann in wegloses, bewaldetes und steiles Gelände geraten war. Sie rief gegen 15.20 Uhr ihre Eltern an. Diese alarmierten sofort den Bergrettungsdienst Gosau, der das Mädchen ins Tal brachte, wo die Eltern bereits warteten. Diese kluge Entscheidung, rasch um Hilfe zu bitten, wurde von den Rettern ausdrücklich gelobt.

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