14.01.2022 15:05 |

Hohe Ausfälle

Mit Luxuswagen in die Pleite: Konkurswelle rollt

Mit 153 Firmeninsolvenzen und 554 Schuldenregulierungsverfahren für Private ist die Zahl der Pleiten in Kärnten nach wie vor niedriger als vor der Pandemie. Beachtlich sind aber die Überschuldungen - so fuhr ein Ex-Luxussportwagenhändler aus Villach etwa 3,7 Millionen Euro Minus ein.

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Der ehemalige Fahrzeug-Unternehmer aus der Draustadt führt die Insolvenzstatistik in Oberkärnten damit aber nicht einmal an - denn ein Veldener Unternehmensberater bringt es sogar auf 6,7 Millionen Euro Passiva. Solche Schuldenberge sind aber nicht die Regel. „Die durchschnittliche Verschuldung bei Privatinsolvenzen betrug im Vorjahr im Raum Villach rund 183.000 Euro, in Spittal 152.000 Euro“, berichtet Beatrix Jernej vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV).

Auch am Bezirksgericht Spittal dominieren Ex-Geschäftsleute die Privatinsolvenzstatistik - durch die Insolvenzrechtsänderung 2021 stieg die Zahl der Konkurse hier auch wieder etwas an, ebenfalls bei den Firmenpleiten, wo mit 19 um eine mehr als im ersten Pandemiejahr gezählt wurde.

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Die Werte in Kärnten liegen weiter unter dem normalen Insolvenzniveau. Noch zeigen staatliche Hilfen Wirkung.

AKV-Leiterin Dr. Beatrix Jernej

Im Gailtal blieb es dagegen laut den Aufzeichnungen des AKV extrem ruhig: Nur die Firma Johl Dach musste mit 520.000 Euro Passiva den Gang zum Insolvenzgericht antreten.

Im Lesachtal wurde die Pleite der Drycom GmbH aus St. Lorenzen gemeldet. Schlimmer sah es für Dienstnehmer im Raum Villach aus: 29 waren, wie berichtet, bei der Insolvenz der Blechbau Willitsch aus Arnoldstein betroffen, 25 beim Konkurs der Firma Josef Tiefling Transporte. „62,75 Prozent der Firmeninsolvenzen wurden über Gläubigerantrag eröffnet, nur 37,62 Prozent über Eigenantrag“, so Jernej weiter. Durch das lange Zuwarten sei bei vielen Insolvenzen kein Geld mehr vorhanden - und damit auch keine Sanierung mehr möglich.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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