14.01.2022 10:40 |

Plus neun Prozent

Mehr Todesfälle und geringere Lebenserwartung

Bei der Auswertung der Todesfälle im vergangenen Jahr zeigt sich erneut eine Pandemiebedingte Übersterblichkeit. Bislang wurden für den 1. Jänner bis 31. Dezember 90.054 Sterbefälle gemeldet. Diese Zahl liegt um 8,7 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt vor Beginn der Corona-Pandemie (2015-2019) und damit auf ähnlichem Niveau wie 2020. Unterdessen bleibt die Lebenserwartung unter dem Niveau vor Corona.

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In den kommenden Wochen wird die Zahl der gemeldeten Todesfälle des Jahres 2021 allerdings noch etwas ansteigen, da die Standesämter weiterhin Sterbefälle des Vorjahres nachmelden. Außerdem sind in der vorliegenden Zahl noch keine Sterbefälle der österreichischen Bevölkerung enthalten, die sich im Ausland zugetragen haben.

Berücksichtigt man die gestiegene Bevölkerungszahl und Veränderungen in der Altersstruktur, so wären im Jahr 2021 aber auch ohne Corona-Pandemie etwas mehr Sterbefälle als in den Jahren 2015 bis 2019 zu erwarten gewesen. 

Sterblichkeit höher als in Vorjahren
„2021 sind in Österreich mehr Menschen verstorben als im Schnitt der letzten fünf Jahre vor Ausbruch der Pandemie und auch mehr als aufgrund der Alterung der Bevölkerung zu erwarten gewesen wäre: Im zweiten Corona-Jahr lag die Sterblichkeit nach derzeitigem Stand um 8,7 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 und um 5,7 Prozent über der vor der Corona-Pandemie prognostizierten Zahl der Sterbefälle für 2021“, analysierte Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

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Im zweiten Corona-Jahr lag die Sterblichkeit nach derzeitigem Stand um 8,7 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 und um 5,7 Prozent über der vor der Corona-Pandemie prognostizierten Zahl der Sterbefälle für 2021.

Tobias Thomas

Lebenserwartung bei Männern ging leicht zurück
Die vorliegenden Daten ermöglichen nun auch eine erste vorläufige Schätzung der Lebenserwartung des Jahres 2021. Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie lag die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 78,8 Jahren und für Frauen bei 83,8 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr ging die Lebenserwartung bei Männern leicht zurück (2020: 78,9 Jahre), während sie bei Frauen geringfügig anstieg (2020: 83,7 Jahre).

Bei beiden Geschlechtern liegt die Lebenserwartung jedoch merklich unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie (2019: 79,5 Jahre bei Männern und 84,2 Jahre bei Frauen).

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