Bienen in Gefahr

Schmelzende Gletscher schaffen ein neues Problem

Wissen
24.08.2026 11:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zusehends schmelzen Europas Gletscher wegen des menschengemachten Klimawandels dahin. Das schafft ein neues Problem: Weil sich die Pflanzenwelt verändert, stecken sich Wild- und Honigbienen leichter gegenseitig mit Krankheiten an, wie eine neue Studie zeigt.

Normalerweise gehen sich Wild- und Honigbienen bei der Nahrungssuche aus dem Weg, indem sie sich auf unterschiedliche Pflanzenarten spezialisieren. Dies verringert das Risiko einer gegenseitigen Ansteckung.

Blüten als Infektionsherde
Durch die sich verändernde Pflanzenwelt im Zuge der Gletscherschmelze nutzen die Bienen jedoch zunehmenden dieselben Nahrungsquellen, wie eine Studie unter Leitung der Universität Lausanne zeigt. Die Blüten fungieren dabei als Infektionsherde: Hinterlässt eine kranke Biene dort infektiöse Partikel, können diese von der nächsten Blütenbesucherin aufgenommen werden.

Schweizer Bienen unter der Lupe
Für ihre Studie untersuchten die Forschenden der Universitäten Lausanne und Mailand und der italienischen Forschungseinrichtung Crea die Bienenpopulationen am Mont-Miné-Gletscher im Val d‘Hérens in der Nähe von Evolène im Schweizer Kanton Wallis. Sie konzentrierten sich dabei auf fünf Krankheitserreger: drei Viren und zwei Parasiten.

Viele Erreger in eisfreien Zonen
Bei Honigbienen fanden die Wissenschaftler in den erst kürzlich eisfrei gewordenen Zonen alle fünf untersuchten Erreger. Die dortigen Wildbienen waren mit zwei nachgewiesenen Pathogenen noch relativ gut geschützt. Ein völlig anderes Bild zeigte sich jedoch in den älteren eisfreien Zonen, in denen sich die Vegetation bereits stark gewandelt hat: Hier stieg die Präsenz des Flügeldeformationsvirus – ein typischer Erreger der Honigbiene – bei den Wildbienen deutlich an.

Klimawandel verändert gesamtes Ökosystem
Die Studie beleuchte damit eine weniger sichtbare Folge des Klimawandels. Der Rückzug eines Gletschers bedeute nicht nur den Verlust von Eis und Wasserressourcen, sondern verändere das gesamte nachfolgende Ökosystem und das komplexe Zusammenspiel der Organismen. „Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um wirksame Strategien für den Schutz der Bestäuber und der von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen zu entwickeln“, kommentierte Gianalberto Losapio, Mitautor der Studie, in der Mitteilung der Universität Lausanne.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung