Mordfall Fabian (8)
So erklärt Angeklagte belastende Blutspur in Pkw
Nach dem Mord an dem achtjährigen Fabian muss sich die damalige Ex-Freundin des Kindsvaters bereits seit Monaten vor Gericht verantworten. Nun hat sie sich erstmals selbst zu dem Fall geäußert: Sie erklärte unter anderem, wie es zu einer belastenden Blutspur mit Fabians DNA in ihrem Wagen gekommen sein soll.
Der Mordfall in der deutschen Stadt Güstrow sorgte für Entsetzen: Ausgerechnet die Frau, die vor der Tat fast vier Jahre mit Fabians Vater liiert war, soll den Achtjährigen laut Staatsanwaltschaft im Oktober des Vorjahrs erstochen und seine Leiche an einem Tümpel abgelegt und verbrannt haben. Das vermutete Motiv: Die 30 Jahre alte Gina H. habe mit der Tat ein andauerndes Streitthema mit dem Vater aus dem Weg räumen wollen.
Belastende Indizien
Es gibt einige Indizien, die gegen die Angeklagte sprechen, wie ihr Internet-Suchverlauf und Aufnahmen einer Überwachungskamera. Am Tattag war ihr Handy für 1,5 Stunden ausgeschaltet, obwohl sie es sonst eigentlich immer ständig nutzt. Zeugen hatten ihren Pick-up in der Nähe des Fundorts der Leiche gesehen. Zudem wurde Blut von Fabian in ihrem Wagen gefunden.
Gina H. erzählt über Ausflug zu Badesee
Am 22. Prozesstag äußerte sich Gina H. erstmals zu den Vorwürfen. Ihre Schilderungen las sie von einem Stapel ausgedruckter DIN-A4-Seiten ab. Dabei lieferte sie eine Erklärung, wie die Blutspuren in ihren Wagen gelangt sein sollen: Fabian, sie und ihr gleichaltriger Sohn hätten sich gut verstanden, erklärte die Angeklagte vor Gericht. Mitte August hätten die drei einen gemeinsamen Ausflug an einen Badesee gemacht.
Dabei habe sich Fabian leicht am Fuß verletzt. Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einer Küchenrolle abgetupft, ohne das Blatt von der Rolle abzureißen. „Dann war Fabians Welt wieder in Ordnung“, erklärte Gina H. laut NTV.
Angeklagte spricht über Gewalt in Beziehung zu Fabians Vater
Sie beschreibt auch die Beziehung zu Fabians Vater. Es sei mehrmals zu Gewalt seinerseits gekommen. Bei einem Vorfall habe er ihr den Ellbogen gebrochen, bei einem weiteren die Rippen gequetscht. Auch sein Sohn habe diese Gewaltausbrüche mitbekommen und keinen Respekt mehr vor ihm gehabt. „Er nannte ihn nicht mehr Papi“, erzählt sie laut „Berliner Morgenpost“. Ihr Ex-Partner hatte dagegen angegeben, dass es keine Gewalt in der Beziehung gegeben habe.
Zudem sei sie gleich zu Beginn der Beziehung zu Fabians Vater von diesem schwanger geworden – beide hätten sich für eine Abtreibung entschieden. Sie räumte Fehler ihrerseits in der komplizierten Partnerschaft ein: So habe sie nach dem Tod des Vaters ihres damaligen Lebensgefährten zu wenig Empathie gezeigt. Sie sei wegen des Todes ihres Lieblingspferdes zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, erklärte Gina H.
Gina H. sieht sich als „Bauernopfer“
Sie berichtete noch über ihre schwierige Kindheit, in der sie Angststörungen entwickelt habe. An diesen würden die Behörden jedoch zweifeln, dadurch fühle sie sich ungerecht behandelt. Sie sehe sich als ein „Bauernopfer“ im laufenden Prozess.

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