14.01.2022 10:59 |

Statistik zeigt:

Impf-Nachzügler: Kittsee und Parndorf „schwächeln“

In ganz Österreich wird derzeit fleißig geimpft. An der Spitze im Bundesländervergleich liegt das Burgenland mit einer Quote von fast 80 Prozent beim ersten Stich (siehe Bericht unten rechts). Doch innerhalb der Gemeinden gibt es große Unterschiede. So haben Parndorf und Kittsee die niedrigste Impfquote im Land. Die beiden Bürgermeister sehen verschiedene Gründe als Ursache.

Laut jüngsten Zahlen beträgt die Impfquote in Parndorf 65,7 Prozent der Bevölkerung. In Kittsee sind es gar nur 54,1 Prozent. Für den Parndorfer Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) gibt es dafür mehrere Gründe. Eine wesentliche Ursache für ihn ist, dass Parndorf eine „sehr junge“ Gemeinde ist. „Die Impfbereitschaft ist bei jungen Leuten nicht so gegeben wie bei älteren“, so Kovacs, der selbst schon geboostert ist.

Weiters gibt es in der Ortschaft mehr als 50 verschiedene Nationalitäten. „Auch da ist die Bereitschaft für den Stich unterschiedlich ausgeprägt. Vor allem Serben, Rumänen oder Kroaten stehen dem eher zurückhaltend gegenüber.“ Trotzdem wird es demnächst wieder eine Impfstraße direkt in Parndorf geben. „Wir tun, was wir können, um die Leute zum Impfen zu animieren“, so Kovacs.

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Junge Bürger und andere Nationalitäten sind beim Impfen öfters etwas zurückhaltender.

Parndorfs Bürgermeister Wolfgang Kovacs

Absolutes Schlusslicht in der Statistik ist die Grenzgemeinde Kittsee. Hier sind laut Statistik lediglich 54,1 Prozent der Bevölkerung mit gültigem Impfzertifikat unterwegs. Bürgermeister Hannes Hornek (ÖVP) kennt die Zahlen und hat auch eine Erklärung dafür: „Wir haben etwa 50 Prozent Neu-Kittseer, die meisten davon aus der Slowakei.“ Viele von ihnen seien zwar geimpft – allerdings in ihrem Heimatland. Diese Stiche würden aber in der burgenländischen Statistik nicht aufscheinen.

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Etwa 50 Prozent unserer Bevölkerung sind Slowaken. Viele sind zwar geimpft, scheinen aber in unserer Statistik nicht auf.

Kittsees Bürgermeister Hannes Hornek

Hornek hat diese Problematik schon Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) mitgeteilt. „Das Ministerium müsste sich mit den Slowaken kurzschließen, um die Daten zu bekommen“, so Hornek. „Dann würde Kittsee in der Impfstatistik ganz vorne liegen.“

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