Neuaufstellung

Die SPÖ Oberösterreich hofft auf den SPD-Effekt

Nach der Wahlschlappe 2017 unterzog sich die SPD einer externen Analyse - und zog daraus offenbar die richtigen Schlussfolgerungen: Heute stellt die Partei in Deutschland den Kanzler. Die oberösterreichische SPÖ geht jetzt denselben Weg. Eine Fehleranalyse liegt vor, der Weg zum Erfolg wird aber noch „sauanstrengend“.

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Mit Roswitha Bauer hat die SPÖ ein rotes Urgestein verloren: Wie berichtet, ist die ehemalige Landtagsabgeordnete nach 42 Jahren aus der Partei ausgetreten - ihr ist das „Ja“ der SPÖ zur Corona-Impfpflicht ein Dorn im Auge. Parteichefin Birgit Gerstorfer sagte dazu am Mittwoch knapp: „Ein Parteiaustritt ist eine persönliche Frage.“ Einen Mitglieder-Exodus wegen der Impfpflicht erwarte sie nicht. Zudem: 2021 verzeichnete die SPÖ nach mehreren Jahren des Rückgangs wieder mehr Ein- als Austritte.

Gewerkschaften zu mächtig
Das ist eine der wenigen erfreulichen Botschaften im Papier „Gemeinsam voran“ von Jana Faus, Horand Knaup und Michael Rüter, das die Partei am Mittwoch mit den Studienautoren präsentierte. Die deutschen Polit-Experten, die für die SPD nach deren Wahlschlappe 2017 die Analyse „Aus Fehlern lernen“ verfassten, benennen darin schonungslos die Ursachen für das schlechte Abschneiden der SPÖ bei der Landtagswahl: Die Gewerkschaften innerhalb der SPÖ seien zu mächtig, Gerstorfer habe die Bezirke vernachlässigt, die Partei sei „profillos“ geworden. Sie treffe „nicht mehr das Lebensgefühl einer breiten Mehrheit in Oberösterreich“.

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Die Organisationsstruktur der SPÖ spiegelt eine lange Tradition des Nichtaneckens wider. So ist sie immer profilloser geworden.

Horand Knaup, Journalist und Autor der SPÖ-Wahlanalyse

Erfolgreiche Bürgermeister
In einer zweitägigen Klausur versuchte der Landesparteivorstand, aus der Analyse einen Zukunftsweg zu modellieren. Noch heuer will Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer drei Projekte angehen: Die Organisationsstruktur soll erneuert, Parteigremien verkleinert werden; neues Personal soll rekrutiert und gefördert werden; und die Erfolgsrezepte roter Bürgermeister will man sich genauer anschauen. All das in der Hoffnung, es der SPD 2027 nachmachen zu können. Der Weg dorthin wird laut Jana Faus für die Partei freilich noch „sauanstrengend“.

Christian Ortner
Christian Ortner
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