05.01.2022 08:12 |

Wieder in der Spur

Lob für ÖSV-Dame: „Sie hat brutal lange gekämpft“

Olympia-Bronzemedaillengewinnern Katharina Gallhuber hat wieder in die Spur gefunden. Nach den sechsten Rängen in den Weltcup-Slaloms in Lienz und Zagreb darf sich die Niederösterreicherin zumindest gedanklich schon am Ticketschalter für die Winterspiele in Peking anstellen. Die 24-Jährige Skirennläuferin nimmt nach den jüngsten Ergebnissen viel Vertrauen mit in die nächsten Rennen. „Jetzt bin ich natürlich richtig motiviert, da weiterzuarbeiten“, sagte sie erleichtert. Lob gibt es von Trainer Christian Mitter: „Sie hat brutal lange gekämpft!“

Gallhuber hatte ab November 2017 für genau ein Jahr lang ihre bisher stärkste Zeit auf Rennskiern im Elitebereich, neun ihrer 13 Top-10-Ränge im Weltcup fuhr sie da heraus. Dazu kamen bei Olympia im Februar 2018 in Pyeongchang die Bronzemedaille im Slalom und die Silberne im Teambewerb. Gebremst wurde sie auf ihrem Weg jäh Mitte Dezember desselben Jahres beim Training am Semmering, sie riss sich das vordere Kreuzband und den Innenmeniskusriss im rechten Knie.

„Sie hat einen nach dem anderen auf den Deckel gekriegt“
Mit dem Vorhaben, gleich wieder an die Leistungen vor der Verletzung anzuschließen, startete Gallhuber in den Winter 2019/20, u.a. Platz acht in Killington und elf in Flachau nährten diese Hoffnung. Doch danach ging nicht mehr viel. In den Worten von ÖSV-Frauen-Rennsportleiter Christian Mitter klingt das so: „Sie hat wirklich einen nach dem anderen auf den Deckel gekriegt über eineinhalb, fast zwei Jahre. Sie hat brutal lange gekämpft. Das freut mich irrsinnig für sie. Das ist jetzt für sie wichtig, aber auch für die ganze Mannschaft.“

Besonders strich der Frauen-Chef die Tatsache hervor, dass Gallhuber nun in zwei Rennen vorne mit dabei war, die von der Pistenbeschaffenheit sehr unterschiedlich waren. Und auch die Athletin erkannte den Wert darin, sowohl bei kompakten an der Grenze zu leicht eisigen Verhältnissen, wie sie sie in Lienz vorfand, wie auch bei weichen und spurigen, wie es in Zagreb der Fall war, eine gute Leistung gezeigt zu haben. „Ich sehe, dass ich auch auf ganz anderen Bedingungen schnell sein kann, das tut sehr gut. Jeder gute Lauf, jedes gute Ergebnis gibt Vertrauen, das ist für mich ganz wichtig.“

Vertrauen, dass sie bitter nötig hatte. „Es war für mich definitiv eine sehr schwierige Zeit, aber auch eine sehr lehrreiche Zeit, weil ich das davor nicht gekannt habe. Bei mir ist es davor immer bergauf gegangen. Ich denke, dass mich das ganz sicher stärker gemacht hat, mit allem umzugehen.“

Strategien führen zum Erfolg
Zum Beispiel mit den Verhältnissen, wie sie die Rennläuferinnen auf dem Bärenberg vorfanden. „Es ist ein Freiluftsport, da kann kommen, was möchte, man muss das Beste draus machen. Bei mir war dann auch noch eine Verzögerung am Start, aber ich glaube, ich habe mich ganz gut konzentriert und fokussiert und die Sache ganz gut gemacht.“ Wegen des heftigen Windes war der Zielbogen abgebaut worden, weshalb sie vor ihrem zweiten Lauf warten musste. Dass sie sich auf der Piste nicht gutfühlen werde und einfach vom Start bis ins Ziel kämpfen müsse, habe sie schon nach dem ersten Durchgang gewusst. Es sei wichtig, sich gewisse Strategien zurechtzulegen, dass man in Situationen wie diesen den Fokus behalte.

„Ich habe selber an mir gezweifelt“
An Unterstützung mangelte es Gallhuber auch in schwierigen Zeiten nicht, von den Trainern, der Familie, den Freunden und dem Mentalbetreuer bekam sie viel Zuspruch. „Jede Unterstützung, jedes Vertrauen, das mir geschenkt wurde, war irrsinnig wichtig, weil ich gemerkt habe, die stehen hinter mir. Es hing aber irgendwie nur an mir. Ich habe selber an mir gezweifelt. Und diesen Knoten muss man selbst lösen. Aber es war definitiv irrsinnig wichtig, dass so viele hinter mir gestanden sind.“

Ein entscheidender Schritt passierte also vor dem Jahreswechsel in Osttirol, als Gallhuber nach einem 27. Platz in Levi und zwei Nicht-Qualifikationen für den zweiten Durchgang als Sechste wieder einmal vorne reinfuhr. „Lienz hat schon ein bisserl einen Knopf gelöst. Ich habe brutal gut trainiert, muss ich sagen, das hat mir Vertrauen geschenkt. Dass ich in Zagreb gleich wieder in die Top Ten fahre, ist für mich super.“

Gallhuber ist nach der Zagreb-Dritten Katharina Liensberger, die Dritte in der Slalomwertung ist, und Katharina Truppe (10.) derzeit drittstärkste Kraft im ÖSV-Team in dieser Disziplin (14.). In der Startliste rückte sie auf Platz 16 vor. Weiter geht es im Weltcup mit Technik-Rennen in Kranjska Gora am Wochenende. Petra Vlhova peilt nach dem am Dienstag errungenen Titel der Snow Queen bereits den fünften Saisonsieg an, erste Jägerin ist erneut Killington-Siegerin Mikaela Shiffrin, die sich als Zagreb-Zweite nach Corona-Infektion eindrucksvoll zurückmeldete.

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