05.01.2022 07:00 |

111 infizierte Lehrer

Viele Skischulen in Tirol für strenge Regeln offen

Mit Booster-Impfungen und der Empfehlung, sich freiwillig testen zu lassen, will man in Tirol gegen die Skilehrer-Cluster kämpfen. Die „Tiroler Krone“ hat bei Betroffenen nachgefragt.

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Weit mehr als 1000 Neuinfizierte mit 81 neuen Omikron-Fällen binnen 24 Stunden in Tirol! Auch die positiv getesteten Skilehrer mit Clustern in Kirchberg (27), St. Anton (24) und Sölden (20) werden mehr. „Wir wissen von 111 positiven Skilehrern“, sagt das Land. Auch aus Mayrhofen wurden nun offiziell acht Fälle bestätigt.

Drei Infizierte schockten Skischule im Zillertal
„Bei uns wurde in der Früh bekannt, dass drei Kinder-Skilehrer positiv getestet wurden“, heißt es aus einer Skischule in einem anderen Ort im Zillertal. Alle drei Betroffenen seien bisher zweimal geimpft worden. „Jeder von ihnen hätte derzeit rund zehn Knirpse zu betreuen gehabt. Auf die Schnelle einen Ersatz zu finden, ist im Moment allerdings kaum möglich.“

Weil einige, vor allem ausländische Skilehrer, noch nicht geboostert wurden, will das Land in Abstimmung mit dem Tiroler Landesskilehrerverband den dritten Stich vorantreiben und gab zudem die Empfehlung aus, für alle Skilehrer 2G+ umzusetzen. „Unsere Skilehrer testen sich sowieso selber regelmäßig und auch freiwillig mit PCR-Tests mehrmals pro Woche“, erklärt Marian Schreder, Leiter der Skischule Lienzer Dolomiten. Damit wolle man einfach auf der sicheren Seite sein. Bis jetzt habe es keine Probleme gegeben. „Wir haben auch in unseren Räumlichkeiten zu den zusätzlich vom Gesetz her geltenden Regeln strenge Maßnahmen“, betont der Osttiroler, dessen Skischule derzeit „gut gebucht“ sei. 25 Skilehrer stehen im Einsatz. „Im Vergleich zu vor der Pandemie sind das um rund die Hälfte weniger.“

„Kleinere Skischulen haben es einfacher“
Vor allem kleinere Betriebe, wie etwa die Skischule Pillersee in St. Ulrich, sind in der „glücklichen Lage, nur auf einheimische Skilehrer setzen zu können“. „Bei uns gibt es kein Mitarbeiterhaus, was mit Sicherheit alles einfacher macht“, erklärt Melanie Egger. Auf 2G setze man in der Skischule dennoch.

„Für die Erteilung von Skikursen gilt für unsere Lehrer 3G plus Maskenpflicht. Unabhängig von der gesetzlichen Regelung sind aber ohnehin mehr als 90 Prozent aller in den Tiroler Skischulen tätigen Personen geimpft“, weiß Christian Abenthung, GF vom Landesskilehrerverband. Trotz massiver Kritik habe man im Sommer als Zulassungsvoraussetzung für die Ausbildung 2G eingeführt. Und in der Tat: Im Großraum Innsbruck soll es für Skilehrer schwierig gewesen sein, in diesem Winter eine Anstellung ohne Booster-Impfung zu bekommen. „Überall, wo ich mich beworben habe, hat man auf einen dritten Stich beharrt“, verrät ein Ski- und Snowboardlehrer.

Auch bei der Skischule Aktiv in Fügen wurde gegenüber der „Krone“ betont, ausschließlich auf geimpftes Personal zurückzugreifen. Gleich wie Wolfgang Mair von der Skischule Kühtai Top 2000: „Bei uns sind alle Skilehrer geboostert. Ausländische Skilehrer haben wir gar keine.“ Leider sei man aber schwach gebucht.

Recht zufrieden mit der Buchungslage zeigt sich hingegen Paul Schett, Leiter der Wintersportschule Hochpustertal. Probleme mit bestehenden Maßnahmen gab es bisher keine. „Derzeit funktioniert nach meinem Wissen alles sehr gut“, betont Schett.

„2G+ durchaus positiv, aber schwer umsetzbar“
Die Empfehlung des Landes mit 2G+ sieht auch Dominic Ebenbichler, Leiter der Skischule Glungezer, durchaus positiv. Bei seinen derzeit 14 Skilehrern – im Februar sollen es dann um die 40 sein – habe er ebenfalls vorwiegend auf Geimpfte gesetzt. „Bei uns sind mit Sicherheit mehr als 80% vollimmunisiert.“ Ebenbichler empfiehlt seinen Mitarbeitern, auch immer wieder zum Testen zu gehen, „da es aber nur eine Empfehlung ist, kann man auch niemanden dazu zwingen.“

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