02.01.2022 18:25 |

Kickls Tipp widerlegt

Vitamin D kann Corona-Risiko nicht reduzieren

Vitamin D als Wunderwaffe gegen das Coronavirus? FPÖ-Chef Herbert Kickl hatte die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, um sich vor dem Virus zu schützen. Eine neue Studie zeigt nun, dass dies einem Faktencheck nicht standhält. Demnach hat die Einnahme des Vitamins keine positiven Auswirkungen auf den Erkrankungsverlauf.

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Nachdem sich bereits Kickls Empfehlung des auch als Pferdeentwurmungsmittel eingesetzten Ivermectin nicht nur als falsch, sondern auch als gefährlich herausgestellt hatte, sollte auch ein weiterer Tipp des blauen Parteichefs mit Vorsicht genossen werden.

In einer aktuellen Studie im „Nutrition Journal“ haben nämlich Forscher den aktuellen Forschungsstand zur Einnahme von Vitamin-D-Präparaten in Zusammenhang mit Covid-19 analysiert. Die Erkenntnisse dabei sind ernüchternd.

Kein signifikanter Effekt vorhanden
Die Zusammenhänge zwischen Vitamin D und einer Infektion waren bislang umstritten, erklärten die Wissenschaftler. Sie haben sich daher angesehen, wie sich eine Einnahme auf die Krankheitsverläufe von über 530.000 Patienten mit Covid-19 auswirken. Vitamin-D-Supplemente verringerten dabei aber weder den Tod noch die Aufnahme in die Intensivstation.

Auch die Sorge, dass ein niedriger Vitamin-D-Status ein erhöhtes Risiko im Falle einer Erkrankung darstellt, bestätigte sich nicht. Zwar ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wichtig für die Immunreaktion des Menschen, eine Einnahme von Vitamin D könne in Zusammenhang mit Covid-19 jedoch nicht empfohlen werden, so die Autoren.

Hüft’s nix, schodt’s nix?
Schon zuvor war bekannt, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel im Blut eine Infektion nicht verhindern kann. Dass man bei der Einnahme von Vitamin D - das streng genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon ist - aber auch vorsichtig sein sollte, bewies bereits im November ein dramatischer Vorfall. Als vermeintlichen Schutz vor einem schweren Corona-Verlauf nahm ein Steirer ein hoch dosiertes Präparat zu sich - er verstarb drei Wochen später an einem akuten Nierenversagen.

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