Fr, 17. August 2018

Betreten verboten

21.04.2011 09:09

Japan: Dauerhafte Sperrzone rund um Atom-Ruine

Weil immer wieder ehemalige Bewohner des Gebietes rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 trotz der akuten Strahlen-Gefahr in ihre früheren Wohngebiete zurückkehrten, um etwaige Habseligkeiten zu holen, hat die japanische Regierung nun eine dauerhafte Sperrzone um das AKW eingerichtet. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte am Donnerstag bei einem Besuch in der gleichnamigen Provinz Fukushima die Umgebung des Kernkraftwerks im Umkreis von 20 Kilometern zu einem Sperrgebiet, das niemand betreten dürfe.

Die Gegend rund um Fukushima 1 ist seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe unbewohnbar. Um die Menschen vor der radioaktiven Strahlung zu schützen, hatte die japanische Regierung im Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Atomkraftwerk zunächst eine Sperrzone verhängt. Die Sperrzone wurde allerdings mehr als Empfehlung gesehen, denn viele Menschen, die am 11. März nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen, vor der Riesenwelle geflüchtet waren, kehrten immer wieder in ihre ehemalige Heimat zurück, um eventuell noch ein paar ihrer Habseligkeiten retten zu können.

Diesem Treiben will die Regierung mit dem gesetzlichen Zutrittsverbot nun endgültig einen Riegel vorschieben. Von den Evakuierten bekam ein Mitglied pro Familie die Erlaubnis, noch persönliche Sachen aus dem Haus oder der Wohnung zu holen, nun darf die Zone aber tatsächlich nicht mehr betreten werden. Welche Strafen bei Nichtbefolgen verhängt werden, wurde zunächst nicht bekannt. Auch zur Dauer der Regelung wurden keine Angaben gemacht.

Durch das verheerende Erdbeben und den darauffolgenden Tsunami vom 11. März war die Atomanlage Fukushima 1 schwer beschädigt worden; es tritt weiter Radioaktivität aus. Wenn aber alles nach Plan laufe, werde die Menge der Radioaktivität von Tag zu Tag abnehmen, sagte der Sicherheitsexperte der internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Denis Flory.

Radioaktives Wasser wird abgepumpt
Derzeit bereiten vor allem die riesigen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers den Reparaturtrupps in der Atomruine Probleme. Die Arbeiter sind dabei, stark kontaminiertes Wasser aus dem Turbinengebäude des Reaktors 2 und den angeschlossenen Tunnelschächten abzupumpen. Dennoch scheint verseuchtes Wasser immer wieder nachzulaufen.

Roboter liefern Bilder aus dem Inneren der AKW-Ruine
Unterdessen hat der Betreiber des AKWs nun erstmals Bilder aus dem Inneren des Reaktors gezeigt. Aufgenommen wurden die Videos von zwei ferngesteuerten Robotern, die in der Lage sind durch Räume zu fahren, die Strahlung zu messen und Türen zu öffnen (siehe Infobox).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.