12.12.2021 12:00 |

Förderung gestrichen

Kindergarten schließt plötzlich: Schock für Eltern

Von einem Tag auf den anderen musste ein Wiener Kindergarten schließen: Insolvenz, nachdem Fördergelder gestrichen wurden. Die Eltern sind verzweifelt, wissen nicht, wo sie ihre Kinder betreuen lassen können.

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Ein vorweihnachtliches Desaster erleben gerade zahlreiche Eltern, deren Sprösslinge die beiden Standorte des Kindergartens Perlenmeer im 13. und 14. Bezirk besuchen. „Buchstäblich über Nacht sperrt der Kindergarten zu, und verzweifelte Eltern und Kinder stehen vor den Feiertagen auf der Straße und wissen nicht weiter“, schildert Großvater Walter M. im Gespräch mit der „Krone“. Der Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Privatkindergartens informierte die Betroffenen Donnerstagnachmittag per E-Mail, dass die Standorte bereits am nächsten Tag (!) schließen werden, Abschiedsfest inklusive. Der Grund? Insolvenz.

„Die Stadt Wien erhielt in der Angelegenheit des genannten Kindergartens eine Beschwerde über die finanzielle Gebarung der Trägerorganisation“, teilt das Büro von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) auf „Krone“-Anfrage mit. Die Kontrollen hätten gezeigt, dass grundlegende Fördervoraussetzungen nicht eingehalten wurden. Daher wurden dem im Jahr 2013 gegründeten Verein die Gelder gestrichen. Diese liegen laut dem an die Eltern ergangenen E-Mail bei 500 bis 650 Euro pro Kind - das nun fehlte. So blieb dem Betreiber nichts anderes übrig, als einer Schließung durch die Masseverwalterin zuzustimmen - und etwa 80 Kinder ohne Betreuung dastehen zu lassen. „Jetzt nach Ende des Lockdowns gibt es aber keine offenen Kindergartenplätze mehr“, befürchtet Walter M. und kritisiert das fehlende Angebot von Ersatzplätzen vonseiten der Stadt.

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Der Trägerwechsel wurde bei der Behörde bereits angezeigt.

Ein Sprecher von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS)

Diese wiederum verweist darauf, dass bereits ein neuer Trägerverein gegründet wurde, der den Fortbestand der beiden Standorte gewährleisten soll. „Auch die Masseverwalterin hat den Wechsel bereits bei der Behörde angezeigt, die nun die Standardkriterien, wie Geschäftsplan und das pädagogische Konzept prüfen muss“, so ein Sprecher. Bleibt also zu hoffen, dass die Kinder noch vor dem neuen Jahr wieder einen Kindergarten besuchen.

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