10.12.2021 07:00 |

Chance: 50 Prozent

Mit etwas Glück heuer weiße Weihnachten

Weiße Weihnachten kennen viele Kinder nur von den Erzählungen ihrer Eltern. Mit etwas Glück könnten die Buben und Mädchen in Kärnten und Osttirol heuer einen Heiligen Abend feiern, wie es für die Älteren seinerzeit ganz normal war - und zwar mit einer weißen Schneedecke, die sich über das gesamte Land gebreitet hat.

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Den Grundstein dafür dürfte das jüngste Adriatief gelegt haben. Die Neuschneemengen von mehr als einem halben Meter im Gailtal und immerhin 30 Zentimetern in Klagenfurt nähren die Zuversicht, dass es heuer draußen glitzern und funkeln wird, wenn das Christkind kommt.

Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann schätzt die Chancen für ein Fest in Weiß in Klagenfurt heuer auf etwa 50 Prozent ein. „In höheren Tallagen ist die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten noch wesentlich höher. Für Villach könnte es sich ebenfalls ausgehen“, meint der Wetterexperte. Dagegen spreche allerdings die Statistik.

So gab es in Klagenfurt zum letzten Mal 2010 ein Weihnachtsfest mit einer durchgängigen Schneedecke. Die Wahrscheinlichkeit dass in der Landeshauptstadt am 24. Dezember zumindest ein Zentimeter Schnee liegt, betrage nur 35 Prozent, haben die Meteorologen von Ubimet ausgerechnet. Den bisher meisten Schnee an Heiligabend gab es übrigens im Jahr 1994 mit stolzen 47 Zentimetern.

Eines zeigt die Statistik auch sehr deutlich: Die Häufigkeit von weißen Weihnachten hat sehr stark abgenommen. Sie ist, so Auswertungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, in den österreichischen Landeshauptstädten in der Klimaperiode von 1991 bis 2020 um 30 bis 60 Prozent zurückgegangen. Zwischen 1990 und dem Jahr 2000 gab es in Klagenfurt insgesamt achtmal weiße Weihnachten. Seither war das nur noch viermal der Fall.

Es braucht ganz bestimmte Voraussetzungen

Damit es in Kärnten überhaupt schneien kann, braucht es ganz bestimmte Voraussetzungen. Feuchte Luftmassen aus dem Adria-Raum und Kaltluft aus dem Norden ergeben erst den richtigen Wettermix. „In den vergangenen Jahren war es aber oft der Fall, dass die feuchten Strömungen an Kärnten vorbei gezogen sind - oder es fehlte für den Schneefall an ausreichend kalter Luft“, erklärt Zimmermann.

Der sogenannte Südstau hat in den vergangenen zwei Jahren für teils enorme Schneemengen in Oberkärnten, im Gail- und dem Lesachtal, aber auch für Überschwemmungen gesorgt. „Dieses besondere Wetterphänomen entsteht dann, wenn sehr feuchte Luftmassen auf kühle Luft über den Nordalpen trifft“, erläutert Zimmermann. Das Tief sei dann sehr ortsfest - und die feuchte Luft werde ausgepresst wie aus einem Schwamm.

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