01.12.2021 09:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Bank verhält sich gegenüber Familie in Not seltsam

Ein Kind mit beidseitigem Schlaganfall und ein Familienvater mit Herzoperation könnten auch eine Bank zur Nachsicht bei der Zahlung von Kreditraten veranlassen. Könnte - muss aber nicht. Im folgenden Fall ist das Vorgehen zumindest seltsam und gipfelte schließlich im Verkauf der Forderung nach Luxemburg.

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Das Schicksal hat einer Familie aus Wien einige Aufgaben gestellt. 2008 haben die Eheleute ihre Kredite zusammengelegt und bei der Ing-DiBa 25.000 Euro aufgenommen. Kurz darauf erlitt ihr gemeinsamer Sohn einen beidseitigen Schlaganfall. Die Zahlung der Kreditraten geriet ins Stocken. „Wir haben um Ratenstundung angesucht, die wurde aber abgelehnt, da der Kredit erst seit Kurzem lief. Irgendwann wurde der Kredit fällig gestellt“, schildert die Leserin.

Danach hätten die Raten zunächst an eine Anwaltskanzlei gezahlt werden müssen, später an ein Inkassobüro. Die Zahlungsschwierigkeiten zogen sich aber weiter. Die Familie zahlte ihre Schulden so gut sie konnte zurück. Neben hohen Therapiekosten für den Sohn. „Mitte dieses Jahres erhielt ich plötzlich die Auskunft, dass das Inkassobüro nicht mehr zuständig ist und ich mich ab jetzt bezüglich der Ratenzahlung an die Bank wenden muss“, so die Leserin.

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Wir wollen einfach aus dieser Situation rauskommen.

Betroffene Leserin

Erreicht habe sie dort niemanden: „Mein Mann ist nach einer Herzoperation im Krankenstand, ich coronabedingt in Kurzarbeit. Nach meiner Berechnung haben wir schon 30.000 Euro zurückgezahlt, aber es sind noch immer 23.000 Euro offen. Wir wollen einfach aus dieser Situation rauskommen.“

Bank lehnte Entgegenkommen ab, verkaufte Forderung ins Ausland
Verständlich. Daher hat die Ombudsfrau nachfragt. Ein Entgegenkommen wurde abgelehnt. Man könne nur Kunden helfen, die Zahlungswillen zeigen würden. Das sei bei der Familie nicht der Fall. Der Bitte nach Aufstellung der Rückzahlungen und angefallenen Zinsen wollte man trotz mehrmaliger Nachfrage nicht nachkommen. Auch die Kundin erhielt keine Auskunft mehr, welche Beträge ab jetzt auf welches Konto zu bezahlen sind.

Vorige Woche flatterte aber ein Brief ins Haus. Der Kredit wurde an eine Bank in Luxemburg verkauft.

 Ombudsfrau
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